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Eine tolle Saison ohne Happy-End

Das Happy-End blieb den Adlern 2001/2002 Jahr versagt, aber dennoch können die Cracks von Bill Stewart auf eine tolle Saison und eine Klasse-Play-Off-Runde 2002 zurück blicken.

Lange Zeit kämpften die Adler trotz vieler verletzter Spieler um den ersten Platz nach der Vorrunde, doch die München Barons holten sich diesen mit einem Punkt Vorsprung vor den Adlern, was den Cracks von Bill Stewart denn auch die Eisbären in der ersten Runde der Play-Offs bescherte. Dass diese Aufgabe knifflig werden würde, war Bill Stewart schon unmittelbar nach Abschluss des letzten Vorrunden-Matches bewusst. In der Pressekonferenz nach dem Spiel prophezeite er eine ähnlich intensive Auseinandersetzung wie im Jahr zuvor gegen die Capitals - er sollte recht behalten.

Die Runde gegen die Berliner Eisbären begann wenig hoffnungsvoll. Der Kontrahent belegte seine Gefährlichkeit bereits im Auftaktspiel im Mannheimer Friedrichspark. Trotz eines von den Adlern überlegen geführten Spiels und einem Schussverhältnis von 52 zu 23 unterlagen die Adler den aufopferungsvoll kämpfenden Eisbären in der Verlängerung mit 2:3. Steve Larouche traf nach 70 Minuten und 14 Sekunden mit einem platzierten Schuss in den rechten oberen Winkel. Mannheims Anhang geschockt, aber nicht hoffnungslos, denn die Adler hatten ein hervorragendes Spiel abgeliefert, allerdings versäumt, die entsprechenden Tore zu erzielen. Dies sollte im zweiten Spiel der Serie, das im Hohenschönhausener Wellblechpalast statt fand, anders aussehen.

Schnell konnten die Adler mit 2:0 in Führung gehen, die Eisbären nutzten zwei Überzahlspiele noch im ersten Drittel zum Ausgleich. Das zweite Drittel dominierten dann die Spieler von Pierre Pagé nach Belieben, alleine sieben Minuten 5:3-Überzahl konnten die Hauptstädter für sich verbuchen. Doch die Adler hielten diesem Dauerdruck stand und trafen kurz vor der letzten Drittelpause völlig überraschend zur erneuten Führung. Es war der dritte Treffer von Michel Picard in diesem Spiel.

Den Höhepunkt der Serie sahen dann die Adler-Fans am 26. März in Mannheim. Eine denkwürdige Viertelfinalpartie ging an diesem Abend über die Bühne. Drei Treffer kassierten die Adler bei eigener Überzahl, doch sie ließen sich nicht schocken und konnten das 3:3 bis zum Ende der regulären Spielzeit halten. In der zwanzigminütigen Overtime dann die Eisbären das Team mit den größeren Chancen, doch Mike Rosati im Kasten der Adler hielt was zu halten war. Nach 80 Minuten effektiver Spielzeit musste das Penalty-Schießen eine Entscheidung bringen. Dort war es schließlich Devin Edgerton, der den entscheidenden Treffer für die Adler markieren konnte.

Mit einer 2:1-Führung in der Serie reisten die Adler zwei Tage später erneut nach Berlin, um eines ihrer besten Play-Off-Spiele dieser Saison zu absolvieren. Mit einer disziplinierten und taktisch äußerst smarten Spielweise konnten sie das vierte Spiel mit 3:1 gewinnen. Brad Bergen und Todd Hlushko trafen im letzten Abschnitt des Geduldsspiels zum 2:1 und 3:1.

Drei Spiele, drei Siege gegen Kassel
Überraschend für viele trafen die Adler im Halbfinale auf die Kassel Huskies, die es auch dieses Jahr wieder geschafft hatten, im Viertelfinale die hochfavorisierten Nürnberg Ice Tigers aus dem Rennen zu werfen. Doch die Huskies hatten nicht mehr den Speed und die Konzentration aus dem Viertelfinale und mussten den Adlern in allen drei Spielen die Initiative überlassen. Schon das erste Spiel zeigte deutlich, dass die Adler keinen Zweifel an ihrer Favoritenrollen aufkommen lassen wollten. Mit 5:1 führte das Team von Coach Bill Stewart nach 42 Minuten. Was danach passierte, bemängelte nicht nur Stewart. Die Adler hörten einfach auf Eishockey zu spielen. Diese nutzten die Gelegenheiten und konnten bis kurz vor Schluss tatsächlich noch auf 4:5 verkürzen. Doch die Zeit sollte den Nordhessen nicht mehr reichen, um den Ausgleich noch zu erzielen. Die Adler machten in den letzten zwei Minuten hinten dicht und ließen keinen weiteren Torschuss mehr zu.

Ebenso überlegen das zweite Spiel in Kassel, doch die Adler vergaßen einmal mehr das Toreschießen. 2:2 stand die Partie nach 60 Minuten, es musste erneut verlängert werden. Und wieder waren es die Adler, die das bessere Ende für sich beanspruchen konnten. Ron Pasco traf in der 66. Minute zum verdienten Sieg.

Ein knappes 2:0 vor ausverkauften Haus bescherte den Adlern nach hartem Kampf den Finaleinzug. Steve Junker und Andy Roach erzielten die beiden Adler-Treffer in dieser Partie. In der Mindestanzahl von drei Spielen waren die Adler, wie auch schon im Jahr zuvor gegen die Hannover Scorpions, durchs Halbfinale marschiert.

Ein tolles Finale
Die Kölner Hoffnungen erhielten im ersten Spiel im Mannheimer Friedrichspark einen herben Dämpfer. Mit 4:0 schickten die Adler die Domstädter in diesem Auftaktfinalspiel zurück in die Kölnarena. Ilja Vorobiev mit seinen zwei Toren war der Matchwinner dieser Partie. Doch wer nun dachte, das Finale wäre bereits vorentschieden, der sah sich getäuscht. Zwei Tage später in der Kölnarena bissen die Haie zurück. Fünf Minuten vor Schluss der Partie war es Dwayne Norris, der mit seinem Treffer zum 3:2 den Adlern einen Strich durch die Rechnung machte. Es sollte nicht der letzte spielentscheidende Treffer des Kölners mit der Nummer 14 bleiben.

Auch im dritten Spiel, das wieder in Mannheim ausgetragen wurde, war es Dwayne Norris, der das "game-winning-goal" erzielte. Schnell waren die Haie im ersten Drittel mit 2:0 in Führung gegangen. Die Adler kämpften, bis fünf Minuten vor Schluss der Partie doch noch der vielumjubelte Ausgleichstreffer durch Yves Racine fiel. Die Freude der Adler währte allerdings nur 61 Sekunden. Trotz Überzahlspiels gelang es den Mannen von Bill Stewart nicht, ihrerseits eine Entscheidung herbeizuführen. Dwayne Norris brachte die Haie wieder in Front. Nicht nur im Spiel, auch in der Serie führten die Haie, hatten die Meisterschaft vor Augen.

Der erste "Matchball" in der Kölnarena drei Tage später konnte allerdings nicht verwertet werden. Die Adler agierten hochkonzentriert und setzten sich gegen die Haie und 18.700 Fans in der hitzigen Stimmung in der Kölnarena durch. Tomlinson, Hynes und Edgerton trafen für die Adler, Hicks für die Haie. Das fünfte und definitive letzte Spiel der Saison 2001/2002 musste eine Entscheidung bringen.

Das Match war binnen 90 Minuten ausverkauft, es herrschte wahre Endspielstimmung rund um den Friedrichspark. Das Spiel begann sehr gut für die Adler, Michel Picard brachte den zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Meister in der 27. Minute mit 1:0 in Führung, Brad Bergen traf wenige Minuten später noch den Innenpfosten. Doch dann riss der Faden. Die Haie lockerten die Defensive und übernahmen immer mehr die Initiative. In der 44. Minute war es schließlich soweit. Alex Hicks egalisierte die Mannheimer Führung und die Haie wurden immer bissiger, während bei den Adlern die Kräfte schwanden. In der 56. Minute gelang dann, wieder war es Dwayne Norris, den Haien der letzte Treffer. Die Sensation war perfekt. Die Außenseiter aus der Domstadt hatten das Unvorstellbare geschafft und nach sieben Jahren den Titel wieder nach Köln geholt. Den Adlern blieb nichts als den Kölner Haien zur Meisterschaft zu gratulieren und sich mit der Vizemeisterschaft zu begnügen.

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