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Adler verpassen nach 2005 erneut die Play-Offs

Die Saison der Adler ist nach 56 Vorrundenspielen und zwei weiteren Pre-Play-Off-Spielen bereits am 26. März 2010 zu Ende gegangen. Nicht nur für die Fans, auch für alle Verantwortlichen im und um den Club viel zu früh. Mit großen Ambitionen waren die Adler als Eisbären-Herausforderer Nummer 1 in die Saison 2010/2011 gestartet, konnten diesem Anspruch aber bis auf eine kurze Ausnahmephase im Oktober nie gerecht werden. Eine Siegesserie wie sie Ende Februar/Anfang März mit acht gewonnenen Spielen in Folge erzielt werden konnte, hätte früher in der Saison sicher weitaus mehr Wirkung erzielt als kurz vor dem Ende. Denn schon zu diesem Zeitpunkt, nach der Entlassung von Doug Mason und kurz vor dem Olympia-Break, ging es nur noch um das Erreichen der Play-Offs.

Verheißungsvolle Vorbereitung

Was im Juli und August noch mit guten Vorbereitungssspielen und Turnieren begann, klappte zum Saisonstart auf einmal nicht mehr. Die neuzusammengestellten Adler fanden in den Spielen der Vorbereitung schnell zueinander und konnten den zwar wenig aussagekräftigen Diestelhäuser Cup in Heilbronn (Heilbronner Falken, Bietigheim Steelers, DEG Metro Stars) und den schon deutlich höher dotieren Kolin Cup in der Schweiz (HC Ambri-Piotta, EV Zug, HC Karlovy Vary) gewinnen. Beim Red Bull Salute in Salzburg gelang in Spiel um Platz 5 gegen die ZSC Lions ein 4:2-Sieg, mit dem sich die Adler gut gerüstet für die DEL-Saison 2009/2010 sahen.

Durchwachsener Start

Einem Auftaktsieg gegen die in Thomas Sabo Ice Tigers umbenannten Nürnberger schien die Form zu untermauern. Doch gleich im ersten Auswärtsspiel in Krefeld zeigte sich eine der großen Schwächen des Teams 2009/10. Mit einer großen Prise Überheblichkeit gingen sie in Krefeld zu Werke und ließen die Hausherren erstmal auf 1:3 davonziehen, ehe sie im Schlussabschnitt versuchten, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Doch bis auf den Anschlusstreffer von Jame Pollock in der 47. Minute passierte nicht mehr viel. Das erste Match der noch jungen Saison war verloren. Zwar glaubten alle, dass es sich um eine heilsame Niederlage handelte, doch nach weiteren Fehlschlägen in Augsburg und Straubing bei einer zwischenzeitlichen Heimniederlage gegen die Hannover Scorpions fanden sich die Adler plötzlich auf dem vorletzten Platz der DEL-Tabelle wieder und wussten nicht so recht, woran es lag.

Ein Sieg gegen die Hamburg Freezers am 20. September sollte der Vorbote eines "goldenen" Oktobers sein, der die insgesamt, tabellarisch betrachtet, erfolgreichste Zeit in der Saison 2009/2010 mit sich brachte. Mit zehn Siegen aus zwölf Spielen kletterten die Adler vom vorletzten Platz bis auf den zweiten Rang und waren erst- und auch gleichzeitig letztmals in Schlagdistanz zu den Berliner Eisbären. Diese sorgten am 1. November allerdings in der SAP Arena für klare Verhältnisse, gewannen souverän mit 5:2 und hatten den Adlern deutlich ihre Grenzen aufgezeigt.

Die erste Wende

Dieses Spiel gegen die Eisbären aus Berlin, gleichzeitig das letzte vor der Deutschland Cup-Pause, war ein Wendepunkt in der Saison der Adler. Fortan wollte sich ein dauerhafter Erfolg nicht mehr einstellen. Nach der Pause konnten die Adler wenigstens in der heimischen SAP Arena noch regelmäßig punkten, während auswärts die Punkte meistens bei den Gegnern blieben. So konnten sich Doug Mason und seine Jungs zwar noch recht lange in den Play-Off-Rängen halten, doch der Abwärtstrend war da. Anfang Dezember bröckelte dann auch allmählich die bis dahin gezeigte Heimstärke. Ein 0:4 gegen die Iserlohn Roosters und ein ebenso wenig besseres 1:4 gegen die Grizzly Adams Wolfsburg einen Tag vor Weihnachten ließen die Adler weiter abrutschen. Die Teilnahme am Spengler Cup wurde auch in diesem Jahr wieder mehr zur Last denn zur Lust. In der heimischen Liga drohte das Abrutschen aus den Play-Off-Rängen und in Davos deftige Niederlagen. Zwar traf nur eine der Befürchtungen ein, doch diese sollte im März noch richtig schmerzhaft werden.

Zwischenhoch Spengler Cup

Während die Adler die Farben der DEL in Davos hervorragend vertraten, punkteten in der Heimat die Gegner und zogen einer nach dem anderen an den Adlern vorbei. Als der Tross aus Davos zurückkehrte, war ein Platz unter den Top-6-Teams hinfällig. Beim Spengler Cup allerdings zeigten die Adler, zu welchen Leistungen sie ohne den Druck, in der Liga gewinnen zu müssen, imstande sind. Gleich zum Auftakt gegen den KHL-Teilnehmer und späteren Spengler Cup-Sieger HC Dynamo Minsk zeigten die Adler, dass sie sowohl das Tempo mitgehen als auch über die Mittel verfügen, ein starkes weißrussisches Team zu fordern. Am Ende stand trotz einer beeindruckenden Leistung eine unglückliche 1:2-Niederlage. Gleich am nächsten Tag gegen den tschechischen Meister aus Karlsbad fanden die Adler einen Weg zur Wiedergutmachung. Ähnlich stark wie am Tag zuvor und gestützt auf eine außergewöhnliche Leistung von Backup-Goalie Lukas Lang rangen die Adler die Tschechen nieder. 28 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit war Mario Scalzo der hochverdiente Ausgleich gelungen und Justin Papineau konnte nach einer torlosen Overtime den entscheidenden Penalty zum 2:1-Sieg verwandeln.

Wiederum nur einen Tag später schlug die große Stunde von Ahren Spylo. Im Vorfeld als chancenlos gegen den Turnier-Topfavoriten Team Canada eingestuft, zeigten die Adler eine über 60 Minuten geschlossene Teamleistung. Dabei stach Ahren Spylo heraus, dem zwischen der 22. und der 30. Minute ein lupenreiner Hattrick gelang, womit die Adler zur "Halbzeit" auf 4:1 davongezogen waren. Ein weiterer Treffer des Gastspielers Daniel Steiner in der 33. Minute brachte schon früh die Entscheidung. Der 2:5-Treffer der Kanadier zum Endstand bedeutete lediglich Ergebniskosmetik. Dass die Adler das Finale in Davos dennoch verpassten, war mitunter auch dem ungünstigen Turnierplan von vier Spielen in vier Tagen geschuldet. Am letzten Vorrundenspieltag fehlte gegen den Gastgeber HC Davos einfach die Kraft, um die entscheidenden Punkte einzufahren. Trotz einer 1:0-Führung – erneut hatte Spylo getroffen – setzten sich die Gastgeber am Ende recht eindeutig mit 3:1 durch und zogen so ihrerseits ins Finale ein.

Ernüchterung in der Liga

Die Adler, die mit dem dritten Platz aus Davos zurückkehrten, fielen denn auch gleich in der DEL wieder auf den harten Boden der Realität. Am 3. Januar verloren sie in Iserlohn bei den Roosters knapp mit 4:5 und fanden zu keinem Rhythmus mehr. Nach insgesamt fünf Niederlagen aus sechs Spielen rangierten die Mannheimer bald an der Grenze zu Platz elf und drohten so sogar aus den Pre-Play-Off-Rängen zu fallen. Nach der 4:5-Overtime-Niederlage gegen die DEG Metro Stars konnte Doug Mason nicht mehr gehalten werden, ein neuer Impuls musste dringend her. Wie schon in der Vorsaison mehr oder weniger erfolgreich umgesetzt, wurde auch am 11. Januar wieder Teal Fowler vom Associated Coach zum Headcoach befördert. Doch er tat sich schwer. Begannen im Jahr zuvor mehr oder weniger gleich die Play-Offs, so standen nun noch weitere 20 Vorrundenspiele auf dem Programm. Der Auftakt bei den Berliner Eisbären verlief zwar verheißungsvoll, doch eine 2:4-Niederlage konnte auch unter dem neuen Coach nicht verhindert werden. Die Startbilanz von Fowler laß sich mit sechs Niederlagen aus sieben Spielen verheerend, die Adler standen am Abgrund.

Nothalt Pre-Play-Offs

Eine "Vollbremsung" gelang erst am 4. Februar. Mit 4:0 gewannen die Adler in Ingolstadt und konnten mit diesem Sieg eine Serie von acht gewonnenen Spielen in Folge starten. Diese Serie brachte das Team wieder zurück in den Kampf um die direkten Play-Off-Plätze. Doch eine überraschende Heimniederlage gegen die Kassel Huskies warf Fowler und die Cracks zurück. Es folgten drei weitere Niederlagen in den letzten vier Vorrundenspielen und am Ende stand ein enttäuschender neunter Platz zu Buche, der den Adlern noch nicht einmal in den Pre-Play-Offs das Heimrecht ermöglichte.

So reiste der Adler-Tross am 24. März nach Augsburg zu den Panthern und unterlag dort in einem einseitigen Spiel deutlich mit 1:4. Zu keinem Zeitpunkt im Spiel hatten die Adler eine ernsthafte Siegchance, so dass sie nur zwei Tage später in der SAP Arena schon mit dem Rücken zur Wand standen. Eine 2:0-Führung nach dem ersten Drittel sollte an diesem Abend allerdings nicht reichen, um wenigstens ein drittes Spiel gegen die Panther zu erzwingen. Die beiden Tore von Scott King und Justin Papineau glichen die Panther im Mittelabschnitt aus, ehe Colin Murphy in der 56. Minute mit seinem Treffer zum 2:3 das vorzeitige Saisonaus der Adler besiegelte. Nach 2005 hatten die Adler auch 2010 die Play-Offs verpasst.

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