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Das Ende der Ära Harold Kreis

Nach einem langen Sommer, bedingt durch das frühe Ausscheiden im Playoff-Viertelfinale gegen die Grizzly Adams Wolfsburg, starteten die Adler wie auch schon in den Jahren zuvor mit der Teilnahme an der European Trophy in die neue Saison 2013/2014. Ein Heimspiel in Weinfelden gegen die ZSC Lions und ein Gastspiel beim EV Zug standen zum Auftakt der European Trophy auf dem Spielplan. Dem fehlenden Spielrhythmus geschuldet, kassierten die Adler eine 2:5-Niederlage gegen den siebenmaligen Meister aus Zürich. Deutlich verbessert präsentierte sich die Mannschaft von Cheftrainer Harold Kreis beim 5:2-Auswärtserfolg über den EV Zug. Mit einem durch die Bank weg positiven Eindruck begaben sich die Adler auf die Reise nach Schweden. Lediglich die Verletzungssorgen trübten den durchaus gelungenen Auftakt in die European Trophy. Jon Rheault, Jochen Hecht und Nikolai Goc verpassten allesamt die "Schweiz-Tour", Kai Hospelt und Ken Magowan mussten bereits im ersten Spiel gegen die ZSC Lions vorzeitig das Eis verlassen und standen danach mehrere Wochen nicht zur Verfügung. Doch die Mannschaft schien die Ausfälle kompensieren zu können, zumal Goc und Rheault von den Ärzten das grüne Licht bekamen und auf skandinavischem Boden ihre ersten beiden Saisonspiele für die Adler bestritten. Der Aufenthalt in Schweden begann mit einer 1:4-Niederlage bei Färjestads BK und endete mit einem 3:2-Sieg nach Penaltyschiessen gegen die Frölunda Indians. Nach zwei weiteren Erfolgen über den DEL-Konkurrenten aus Ingolstadt (3:2; 3:2 n.P.) war die Teilnahme am Red Bull Salute in Berlin zum Greifen nahe, aber am Ende fehlten leider zwei mickrige Pünktchen, um sich für das Finalturnier in der Hauptstadt zu qualifizieren. Die Adler beendeten die European Trophy mit einer Niederlage und einem Sieg gegen Jokerit Helsinki und IFK Helsingfors, sodass unterm Strich ein verdienter vierter Platz zu Buche stand.

Headcoach Harold Kreis und Co-Trainer Mike Schmidt, die nach dem Ausscheiden gegen die Wolfsburger einige Monate zuvor mächtig in der Kritik standen, schienen während der Sommerpause an den richtigen Stellschrauben gedreht und eine schlagkräftige Truppe geformt zu haben. Dementsprechend groß waren auch die Erwartungen an die DEL-Saison, die gleich mit einem echten emotionalen Leckerbissen begann. 13.600 Zuschauen in der ausverkauften SAP Arena fieberten dem Derby gegen die Schwenninger Wild Wings entgegen, die nach zehn Jahren Abstinenz endlich wieder DEL-Luft atmeten. Der Neuling aus dem Schwarzwald verlangte den Adlern allerdings alles ab und stand kurz vor einer faustdicken Überraschung, aber das Team von Harold Kreis mühte sich letztlich zu einem knappen 2:1-Sieg, hinterließ jedoch einen bitteren Nachgeschmack, der bis zum Ende des Jahres 2013 anhalten sollte: Selten kamen die Stärken der Adler wirklich zum Vorschein, die sich bietenden Chancen wurden fahrlässig liegengelassen, es fehlte eine gewisse Konstanz in der Spielweise der Adler und in Überzahl agierte die Mannschaft phasenweise zu nervös und unkonzentriert. So wechselten sich kleine Sieges- und Niederlagenserien in regelmäßigen Abständen ab, die Adler pendelten sich im Mittelfeld der Tabelle ein und das Trainergespann geriet zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik. Von Ende November bis Mitte Dezember kassierten die Adler fünf Niederlagen am Stück und das Ende von Harold Kreis als Cheftrainer der Adler schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, aber die Mannschaft bewies Charakter und befreite sich mit vier Siegen in Folge gegen Straubing, Schwenningen, Augsburg und Köln kurzzeitig aus der sportlichen Krise. Doch zwei enttäuschende Niederlagen vor heimischer Kulisse kurz vor dem Jahreswechsel gegen Iserlohn und Wolfsburg brachten das Fass endgültig zum Überlaufen und das Ende einer Ära: Das Trainergespann Harold Kreis und Mike Schmidt wurde nach fast vier Amtszeiten am letzten Jahrestag 2013 entlassen und Hans Zach als neuer sportlicher Übungsleiter vorgestellt. Kampfgeist und Siegeswille waren die Tugenden, die es für den heute 65-jährigen Tölzer zu vermitteln galt. Doch das erste große Ausrufezeichen setzte Hans Zach mit der Freistellung von Yanick Lehoux. Der Top-Scorer der letzten Saison und der neue Cheftrainer hatten sich darauf verständigt, nicht miteinander zu arbeiten und somit wurde der Vertrag von Yanick Lehoux bis zum Saisonende auf Eis gelegt.

Gemeinsam mit Co-Trainer Markus Berwanger verpasste die Eishockey-Ikone und Trainerlegende der Mannschaft binnen kürzester Zeit ein neues Gesicht. Mit Leidenschaft und Biss kämpften sich die Adler in die Erfolgsspur zurück, brachten eine gewisse Konstanz in ihre Spielweise und sicherten sich so am letzten Spieltag in Schwenningen das Heimrecht fürs Playoff-Viertelfinale. In der ersten K.-o.-Runde bekamen es die Adler allerdings mit den Kölner Haien zutun. Nach elf Tagen und fünf spannenden Duellen war die Mannschaft zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale gescheitert und das Kapitel "Playoffs 2014" vorzeitig beendet.

Stars der Saison

Die wohl konstantesten Leistungen in dieser Saison zeigten Dennis Endras und Felix Brückmann. Beide Torhüter gehören in der DEL zu den besten ihrer Zunft und erwiesen sich in allen Partien als sicherer Rückhalt. Endras kassierte in 33 Spielen 81 Gegentore und kam auf den DEL-Spitzenwert von sieben Shut-Outs. Mit einem Gegentorschnitt von nur 1,94 stand Brückmann der etatmäßigen Nummer eins in Nichts nach. In 20 Partien musste der 23-Jährige 38 Mal hinter sich greifen, fünf Mal spielte Brückmann zu Null.

Gewinner der Saison

In seiner zweiten Saison bei den Adlern verdoppelte Mirko Höfflin seine Punkausbeute und erzielte in 53 Haupt- und Endrundenpartien neun Tore sowie sechs Assists. Unvergessen bleibt sicherlich sein Solo am 15. September 2013 bei den Kölner Haien, als sich der 21-jährige Linksschütze im eigenen Drittel die Scheibe schnappte, alle Kölner Spieler stehen ließ und zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung einnetzte. Seine starken Leistungen sind auch dem Bundestrainer Pat Cortina nicht entgangen, der Höfflin für die WM-Vorbereitung nominiert hat.

Moment der Saison

Der 9:0-Kantersieg am 10. Spieltag gegen den EHC Red Bull München zählt mit Sicherheit zu den wenigen Lichtblicken in der abgelaufenen Saison. Jeweils zwei Treffer von Marcus Kink und Ronny Arendt sowie die Tore von Christoph Ullmann, Jon Rheault, Frank Mauer, Matthias Plachta sowie Yanick Lehoux sorgten für eine Festtagsstimmung in der SAP Arena und den höchsten Sieg der Adler in der DEL-Geschichte.

Überraschung der Saison

Die Überraschung der Saison war sicherlich Hans Zachs Rückkehr ins Eishockeygeschäft. Nach knapp vier Jahren im "Ruhestand" entschloss sich der 65-jährige Tölzer am Silvesterabend, die Herausforderung in Mannheim anzunehmen und unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende am 30. April 2014.

Enttäuschung der Saison

Nach einer durchaus erfolgreichen European Trophy und einem gelungenen Auftaktwochenende mit vier Punkten war das Aus gegen die Kölner Haie im Playoffs-Viertelfinale das Resultat einer über weite Strecken eher enttäuschenden Saison.

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