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Fehlende Konstanz sorgt für Ernüchterung

Die Erwartungshaltung rund um die Adler Mannheim war in der langen Clubgeschichte selten so hoch wie im Sommer 2015. Mit den noch frischen Eindrücken des siebten Titelgewinns sorgten die Fans für einen neuen Dauerkartenrekord. Der Meisterkader blieb bis auf wenige Positionen zusammen. Cheftrainer Geoff Ward hatte noch zwei Jahre Vertrag und sollte in Mannheim eine neue Eishockey-Ära einleiten. Die Grundlage für eine erfolgreiche Spielzeit war also gelegt.

Umso überraschender war es für alle Beteiligten, als Ward Mitte Juni seinen Vertrag auflöste und nach Nordamerika zurückkehrte. Der Kader war nach seinen Wünschen und Vorstellungen zusammengestellt, nun musste unter Zeitdruck ein neuer Trainer gefunden werden. Die Wahl fiel auf Greg Ireland, der zuvor unter anderem das Farmteam der Detroit Red Wings, die Grand Rapids Griffins, betreute. Unter dem neuen Headcoach starteten die Adler am Tag nach der „The Boys are back in Town“-Party in die Saisonvorbereitung.

Derby-Sieg in der Vorbereitung

Für diese standen rund sechs Wochen zur Verfügung. Sechs Wochen, in denen auch das Sitzfleisch der Spieler trainiert wurde. Die Teilnahme am Dolomitencup führte die Adler nach Neumarkt in die Schweiz, noch mehr Ausdauer verlangte eine Reise nach Weißrussland. Dort musste der Deutsche Meister in der Champions Hockey League gegen Neman Grodno ran. Auch wenn Mannheim mit einer Niederlage in die „Königsklasse“ startete, durch einen Sieg zwei Tage später beim tschechischen Vertreter Vitkovice Ostrava hatten die Adler das Weiterkommen noch in der eigenen Hand. Durch zwei Heimsiege glückte dieses Vorhaben, auch wenn in der ersten K.o.-Runde gegen die Espoo Blues aus Finnland Endstation war.

Vor dem ersten Liga-Auftritt stand noch ein absolutes Highlight auf dem Plan: Das Derby gegen die Löwen Frankfurt. Die Partie im Frankfurter Eisstadion als einseitig zu beschreiben, wäre noch untertrieben. Bereits zur ersten Pause führten die Adler komfortabel mit 4:0, in den verbleibenden 40 Minuten schlug es noch drei weitere Male im Kasten der Löwen ein. Auch als die Adler im Schlussdrittel den Fuß vom Gas nahmen, war der souveräne und hochverdiente 7:0-Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Die Suche nach Konstanz beginnt

Wesentlich knapper und spannender ging es da schon am 1. Spieltag der DEL zu. Die Schwenninger Wild Wings kamen zum Baden-Württemberg-Derby in die SAP Arena. Die Adler rannten an, nahmen das Tor der Gäste unter Dauerbeschuss und belohnten sich für ihren Einsatz: Neuzugang Ryan MacMurchy brachte mit seinem Tor zum 1:0-Sieg die restlos ausverkaufte Arena zum Beben. In den folgenden Spielen nahm die „Achterbahn“ Adler Mannheim dann erstmals Fahrt auf. Siege und Niederlagen wechselten sich ab. Ohne zu viel zu früh zu verraten: die Suche nach Konstanz sollte ein saisonbestimmendes Thema werden.

Dazu kam ein Verletzungspech, welches das Mannheimer Eishockey in diesem Ausmaß selten zuvor erlebt hatte. Über Wochen und Monate standen zahlreiche Stammspieler dem Trainerteam nicht zur Verfügung. Kaum kehrte ein verletzter Spieler zurück, meldete sich der nächste ab. Der große Kader der Adler machte sich zwar bezahlt, die Ausfälle zahlreicher Leistungsträger konnte das Kollektiv unter dem Strich aber zu selten auffangen.

Ein Dezember zum vergessen

Die sportlich erfolgreichste Zeit erlebten die Adler zwischen Mitte Oktober und Ende November. Mit einem bärenstarken Dennis Endras zwischen den Pfosten und dem nötigen Glück im Abschluss holte sich die Mannschaft 13 Siege aus 14 Spielen und kletterte bis an die Tabellenspitze. Der holprige Start, so hofften alle Beteiligten, sollte damit nur eine kleine Randnotiz einer erfolgreichen Saison bleiben. Es kam leider anders.

Die Adler verloren völlig den Faden, kassierten im Dezember acht Niederlagen in Serie und holten lediglich einen Punkt aus diesen Partien. Mit mutigen Auftritten beim Spengler Cup, zum ältesten Clubturnier der Eishockey-Welt wurden die Adler nach der Meisterschaft eingeladen, sollte die Trendwende gelingen. Doch auch nach der Rückkehr in den Liga-Alltag rannte die Mannschaft ihrer Form und der dringend benötigten Konstanz hinterher. Auch nach der Entlassung von Greg Ireland und der Beförderung Craig Woodcrofts vom Co- zum Cheftrainer trat keine Besserung ein.

In der 1. Playoff-Runde war Schluss

Als Tabellenzehnter zogen die Adler immerhin in die 1. Playoff-Runde ein. Dort trafen sie auf die Kölner Haie. Von vielen Experten im Sommer als mögliche Final-Paarung getippt, ging es für beide Mannschaften zu diesem Zeitpunkt bereits darum, eine schwache Hauptrunde in den Playoffs vergessen zu machen. Den besseren Start erwischten die Kölner, die sich im ersten Spiel vor eigenem Publikum durchsetzen konnten. Der Druck auf die Adler vor dem zweiten Duell, und möglichweise dem letzten Saisonspiel, war immens.

Doch die Mannschaft gab in der SAP Arena die passende Antwort. Wütend, angestachelt und zu allem entschlossen kamen die Adler aus der Kabine und kauften den Haien mit körperbetontem Spiel früh den Schneid ab. Zu keinem Zeitpunkt deutete etwas darauf hin, dass dieses Spiel nicht an die Adler gehen würde. So war der 5:2-Erfolg auch in dieser Höhe absolut verdient. Die Entscheidung über das Weiterkommen wurde somit vertagt, zwei Tage später sollte sie in Köln fallen. Leider zu Ungunsten der Mannheimer, wie wir alle mittlerweile wissen.

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