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Saison 99/00 - Der Umbruch

Nach drei Deutschen Meisterschaften in Folge fand bei den Adlern nach der Saison 1998/99 ein Umbruch statt. Viele Spieler, die den erfolgreichen Stamm der Meistermannschaften von 1997 bis 1999 bildeten, verließen den Club. Neben Kapitän Pavel Gross, zog es auch Mike Pellegrims zu den Berlin Capitals. Philippe Bozon wechselte aus persönlichen Gründen zum Schweizer Meister HC Lugano. Ebenso verließen Alexander Serikow (München Barons), Jason Young (Kölner Haie), Mike Hudson (Karriereende) und Ron Pasco (Kassel Huskies) den Club. Neben diesen erfolgreichen Cracks zog es auch den Erfolgstrainer Lance Nethery zu neuen Ufern. Der Kanadier, der fünf Jahre erfolgreich bei den Adlern arbeitete und drei Meisterschaften gewinnen konnte, wechselte zu den Kölner Haien. Zusammen mit Andy Murray stellte er schon früh im Jahr 1999 eine hochkarätige Mannschaft zusammen, die denn auch im Frühjahr 2000 im Finale um die DEL-Meisterschaft stand. Der Meistertitel blieb dem Trainerfuchs zwar dieses Mal verwehrt, die München Barons konnten mit 3:1-Siegen die Serie gewinnen, doch auch die Finalteilnahme war ein toller Erfolg. Marcus Kuhl gelang es trotz einiger Widrigkeiten im Umfeld, zusammen mit dem neuen Head-Coach Chris Valentine eine vielversprechende Mannschaft zusammen zu stellen. Mit Mike Rosati kehrte der Publikumsliebling nach einem einjährigen NHL-Intermezzo in die Quadratestadt zurück und konnte nahtlos an seine herausragenden Leistungen der Vorjahre anknüpfern. Mit Kevin Grant von Vizemeister Nürnberg und dem NHL-erfahrenen Yves Racine schien die Abwehr stabiler als noch im Jahr zuvor. Auch in den Sturmreihen konnten einige Cracks unter Vertrag genommen werden, die in Übersee gute Namen hatten. Mit Shawn McCosh, Ralph Intranuovo und Patrice Lefebvre verpflichteten die Adler drei Akteure aus der AHL/IHL. Dazu gesellten sich noch Clayton Beddoes von den Berlin Capitals, Joel Savage von den Frankfurt Lions und Steve Junker vom EV Landshut. Doch bis auf Steve Junker konnte keiner der neuverpflichteten Akteure im Laufe der Saison die Erwartungen erfüllen. Dass Chris Straube, der von den Nürnberg Ice Tigers nach Mannheim zurückkehrte, der wohl beste Neuzugang der Saison 1999/2000 war, spricht Bände. Er konnte als einer der wenigen Adler-Spieler über die gesamte Saison gesehen die konstantesten Leistungen zeigen.

Die Vorbereitungsphase im August gab noch zu der Hoffnung Anlass, dass die Adler auch in der Spielzeit 1999/2000 wieder ganz oben in der DEL mitspielen können. Doch schon das erste Saisonspiel in Nürnberg bei den Ice Tigers ließ Ernüchterung aufkommen. Mit 0:8 ließen sich die Cracks von Chris Valentine bei Vizemeister vorführen. Dass im Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings nur zwei Tage später mit 6:2 gewonnen werden konnte, täuschte jedoch nicht über die offenkundigen Schwächen des Adler-Teams 2000 hinweg. Bei den Berlin Capitals setzte es mit 1:5 wieder eine deutliche Schlappe, wobei einige Cracks die notwendigen Einstellung vermissen ließen, was mit der peinlichen 5:7-Heimniederlage gegen Aufsteiger Essen einen ersten negativen Saisonhöhepunkt zwei Tage später bestätigt wurde. Auch gegen Hannover und Kassel setzte es weitere unnötige Heimniederlagen. Ein kleiner Lichtblick in dieser frühen Saisonphase war der 1:0-Erfolg nach Penalty-Schießen in der Kölnarena.

Zwischen den Plätzen 8 bis 13 tummelten sich die Adler während des ersten Saisondrittels. Erst gegen Mitte der Vorrunde stabilisierten sich die Leistungen des neuformierten Teams. Mit 15 gewonnenen Heimspielen in Folge arbeiteten sich die Adler in der DEL-Tabelle kontinuierlich weiter nach vorne und fanden Anschluss an die ersten Vier. Doch immer wenn der Anschluss geschafft war und ein Angriff auf die ersten vier Plätze greifbar war verloren die Adler die wichtigen Spiele und verloren so wieder an Boden. Ergebnis dieses ständigen Auf und Ab war schließlich der fünfte Platz nach Abschluss der Vorrunde und mit den Kassel Huskies ein mehr als unangenehmer Gegner in der ersten Runde der Play-Offs.

Die Europaligasaison 1999/2000 war ebenfalls die schlechteste, die Adler in ihrer dreijährigen Zugehörigkeit gezeigt haben. Gegen die skandinavischen Spitzenclubs MoDo Hockey und TPS Turku gab es gar nichts zu erben und auch gegen das norwegische Team aus Oslo sprang nur ein mickriger Punkt heraus. Abgeschlagen auf dem letzten Platz der Vorrunde beendeten die Adler, die im Jahr zuvor noch im Halbfinale standen, die EHL-Spielzeit.

In den Play-Offs hatten die Cracks von Chris Valentine dann jedoch nochmals die Chance, eine unbefriedigende Vorrunde Vergessen zu machen. Gegen die Kassel Huskies mussten die Adler um den Einzug ins Halbfinale kämpfen. Nach der Niederlage zum Auftakt in Kassel folgte ein glatter 4:0-Heimsieg und somit der Ausgleich in der Serie. Fünf Tage später im dritten Aufeinandertreffen in Nordhessen zeigten die Adler eine taktische Meisterleistung und gewannen in Kassel 2:0. Alle Vorteile waren nun bei den Adlern, doch leider konnte das Team den Vorteil nicht nutzen und kassierte zwei unverständliche Niederlagen, die gerade in der Höhe mehr als überraschten. Mit 1:7 ging das zweite Heimspiel und mit 2:7 das fünfte und entscheidende Spiel in Kassel verloren. Die Adler mussten nach dem Viertelfinale die Segel streichen und blickten erstmals nach fünf Jahren auf eine verkorkste Saison zurück. Dass auch nach dieser misslungenen Spielzeit eine Radikalkur erfolgen musste, war den meisten Beobachtern klar. So verwunderte es auch nicht, dass sich die Adler nach der Saison von elf Spielern und dem Trainer trennten. Nach den turbulenten Tagen nach dem Ausscheiden begann dann auch gleich die Vorbereitung auf die Saison 2000/2001, in der die Adler wieder angreifen werden und an die erfolgreichen Zeiten in den späten Neunziger Jahren anknüpfen wollen.

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