HISTORIE

Das Mannheimer Eishockey im Zeitraffer

Der Mannheimer Eis- und Rollsport-Club wurde am 19. Mai 1938 gegründet. 83 Mitglieder hoben den Verein an diesem Tage aus der Taufe. Schon im Februar 1939 wird das Eisstadion im Friedrichspark eingeweiht, das Richtfest stieg am 4. Februar 1939. Am 19. Februar schließlich wurde das Eisstadion am Friedrichspark offiziell seiner Bestimmung übergeben. Der MERC hatte sein Zuhause. Das erste Spiel einer MERC-Mannschaft ging gründlich daneben, mit 0:11 unterlagen die Mannheimer dem amtierenden Deutschen Meister SC Riessersee. 5.000 Zuschauer waren Zeugen dieser ersten Eishockeypartie in Mannheim.

Anfang 1939 nimmt der MERC an Gruppenspielen zur Deutschen Meisterschaft teil und qualifiziert sich 1942 erstmals für das Finale, das aber wegen des Krieges ebenso wie das Halbfinale 1943 nicht mehr ausgetragen wird. Besonders bitter war die Absage des Finales 1942. 24 Stunden vor dem entscheidenden Spiel, die MERC-Cracks hatten ihre Ausrüstung schon gepackt, wurde der "totale Krieg" ausgerufen. Die Mannschaft aus Mannheim galt wegen ihrer Spielstärke als Favorit der Finalspiele.

Die erste Phase des MERC fand am 5. Juni 1943 ihr erstes jähes Ende. Während eines Luftangriffs wurde das Eisstadion am Friedrichspark getroffen und zerstört. Doch die Mannheimer hatten ihren neuen Sport lieb gewonnen, schon wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte der MERC seinen Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Bis 1949 tat sich nicht allzu viel in der Mannheimer Eishockeyszene. Nach den Kriegswirren drückten die Mannheimer Bevölkerung andere Sorgen, die Stadt lag in Schutt und Asche und das alltägliche Leben musste erstmal neu organisiert werden. Eine Art Lichtblick gab es schließlich 1949, als acht Männer das Eishockey in Mannheim wieder belebten. Mehr als ein paar Freundschaftsspiele waren in dieser ersten Phase allerdings nicht möglich.

Erst 1951/52 konnte eine Mannschaft aufgeboten werden, die "richtiges" Eishockey zu bieten hatte, doch die Erfolge blieben während dieser Zeit weiterhin aus, zu stark die Gegner aus Bayern und Hessen. Ein erster Versuch ging mit 0:13 gegen Bad Nauheim ziemlich deutlich daneben. Toni Kartak, der damals die Trainerarbeit übernommen hatte, arbeitete dennoch unentwegt weiter. Ein 10:2 Erfolg gegen eine amerikanische Soldatenauswahl ließ die Mannheimer nach vielen Niederlagen mal wieder jubeln.

Als 1952/53 Erich Schif und Heinz Schneekloth die Mannschaft coachten nahmen die Mannheimer an einer Runde mit dem württembergischen Landesliga-Meister Schwenningen und dem bayerischen Vertreter Miesbach teil. Gegen die Bayern mussten die Mannheimer gar nicht mehr antreten, denn gegen Schwenningen setzte es schon eine deutliche Niederlage.

Im Sommer 1953 sollte es dann allmählich bergauf gehen. Der österreichische Trainer Kurt Kurz übernahm als Spielertrainer die Mannschaft. Die Vorrunde war geprägt von einem Torwartproblem, das erst kurz vor der entscheidenden Saisonphase gelöst werden konnte. Am 16. Januar 1954 war es dann soweit, die Aufstiegsrunde stand an. Ein deutliches 11:1 gegen Angstgegner Schwenningen und ein 13:1 gegen den ETV Gießen bescherten den Mannheimern den Einzug in die Endrunde des Aufstiegskampfs. Die Gegner in der Endrunde hießen Berliner SC und Rosenheim. Nach einer 3:6-Niederlage gegen Berlin und einem 2:1-Sieg gegen Rosenheim und einem 6:3-Sieg der Rosenheimer gegen Berlin gab es drei punktgleiche Mannschaften, das Torverhältnis hatte keine Bedeutung, so dass die Aufstiegsrunde wiederholt werden musste. 4000 MERC-Fans fieberten beim 10:4-Sieg gegen Berlin mit, gar 6000 waren es beim 1:1 gegen Rosenheim. Diesmal reichte es für die Mannheimer Cracks. Als Landesligameister 1953/54 waren sie nun Oberligist.

Die Konkurrenz in der Oberliga war jedoch zu übermächtig, schon im Folgejahr traten die Mannheimer wieder den Weg in die Landesliga an. Die Mannschaft war bis auf die Torhüterposition unverändert geblieben. Dieser Fehler sollte ein Jahr später nicht mehr wiederholt werden. Der postwendende Aufstieg wurde angestrebt und auch erreicht. Bereits am 26. Februar 1956 kam es zu einem entscheidenden Spiel gegen den ESV Kaufbeuren, den bayerischen Landesmeister. Mit 6:0 fertigten die Mannheimer um Torwart Wargenau die Bayern ab und hatten den prompten Wiederaufstieg vor Augen. Mit 8:2 und 8:1 gegen Köln machten die Cracks von Coach Erich Konecki am Wochenende des 25./26. Februar den Aufstieg in die Oberliga perfekt. Die Mannheimer erneut erstklassig, doch dieses mal sollte es eine ganze Zeit auch so bleiben.

Mannschaft 1955/56: Wargenau, Morsch, Kartak, Burkhardt, Lehr, Scheifel, Schneiders, Lödermann, Schief, Schumacher, Tessarek, Lorenz, Guttowski, Konecki

Vierzehn Jahre blieben die Mannheimer erstklassig, doch der große Wurf, der Gewinn einer Deutschen Meisterschaft, gelang nicht. Zu überlegen präsentierten sich die Mannschaften aus Bayern. Der EV Füssen dominierte während dieser Dekade das deutsche Eishockey. Der EC Bad Tölz und der SC Riessersee, später in den 60er Jahren auch noch der EV Landshut und der ESV Kaufbeuren, bestimmten die Eishockeyszene in Deutschland. So blieben den Mannheimern mehrere dritte und vierte Plätze.

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