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Treffen beim Spengler Cup, Wiedersehen in Mannheim

31. August 2016

Aaron Johnson und Tom Severance kennen und schätzen sich, das wird beim gemeinsamen Interview mit dem Verteidiger und dem Betreuer sofort klar. Bereits bei den Binghamton Senators arbeiteten die Beiden zusammen. Jetzt treffen sie in Mannheim wieder aufeinander.

Aaron und Tom, was geht euch als erstes durch den Kopf, wenn ihr an die Binghamton Senators denkt?

Aaron: Ich habe in der Saison 2014/15 das Trikot der Senators getragen und hatte das Glück, dort Kapitän zu sein. Das war eine schöne Zeit, Tom und ich haben uns dort getroffen, da ging es für uns also los.

Tom: Der Club bedeutet mir unheimlich viel. Binghamton ist meine Heimatstadt, dort bin ich geboren und aufgewachsen. Mit ungefähr sechs oder sieben Jahren habe ich angefangen, das Team zu verfolgen und mein Vater und ich hatten Dauerkarten. Ich hatte das unglaubliche Glück, Teil der Mannschaft zu sein, die 2011 den Titel in der AHL gewonnen hat. Das macht mich stolz, meine Heimatstadt steht auf dem Calder Cup und ich habe einen kleinen Beitrag dazu geleistet.

Aaron, welchen Anteil hat Tom daran, dass du jetzt ein Adler bist?

Aaron: Er hat großen Anteil daran, dass ich überhaupt von Mannheim wusste. Während des Spengler Cups im vergangenen Jahr, an dem ich mit Team Kanada teilgenommen habe, haben wir uns getroffen. Tom rührt kräftig die Werbetrommel für die Adler: Er hat Jungs aus Nordamerika Bilder und Videos von der Umkleide und der SAP Arena geschickt. Er hat mir richtig Lust auf Mannheim gemacht. Und natürlich ist es immer leichter, an einen neuen Ort zu kommen, wenn man dort schon Leute kennt, denen man vertraut. Wer weiß, vielleicht wäre ich ohne Tom gar nicht hier.

Tom: Gern geschehen, Mannheim (beide lachen).

Hast Du Spiele der Adler beim Spengler Cup geschaut?

Aaron: Ja, an einigen Tagen haben wir vor oder nach den Adlern gespielt. Ich habe dann immer mal reingeschaut. Zum damaligen Zeitpunkt waren die Adler für mich aber nur ein Team, das auch am Wettbewerb teilnimmt und von dem ich nicht viel wusste. Mir hat aber generell die Stimmung in der Halle gefallen. Über europäische Eishallen wird immer gesagt, dass die Stimmung hervorragend ist, quasi wie beim Fußball. Als ich nach dem Spengler Cup wieder nach Nordamerika zurückgekehrt bin, habe ich das richtig vermisst. Seit ich mich für den Wechsel nach Mannheim entschieden habe, habe ich mich auch auf die Stimmung gefreut.

Du bist jetzt rund einen Monat hier. Ist es so, wie Du es dir vorgestellt hast?

Aaron: Es ist sogar noch besser. Die Organisation ist unglaublich, uns Spielern fehlt es an nichts. Die Fans sind positiv verrückt, das habe ich direkt bei der „The boys are back in town“-Party gemerkt und auch in den Testspielen und der Champions Hockey League hat sich das bestätigt. Die Unterstützung ist noch größer, als ich es ohnehin schon erwartet habe. Nach diesen Eindrücken stelle ich es mir schwer vor, woanders hinzugehen.

Tom, wie sieht denn ein typischer Tag für einen Betreuer aus?

Tom: Neben den Coaches sind die Betreuer in der Regel die Ersten und die Letzten in der Arena. Es gibt immer kleinere Reparaturen an der Ausrüstung der Jungs zu erledigen, die Schlittschuhe müssen geschliffen und alles für das Training vorbereitet werden. Während der Eiseinheiten sitze ich auf der Bank und habe eine Art Notfallset dabei, falls ein Spieler Probleme mit seinen Schlittschuhen hat. Danach stehen wieder Reparaturen an, die Wäsche muss gewaschen werden, man räumt noch etwas auf und so zwischen vier und fünf Uhr ist dann Feierabend. An Spieltagen wird es natürlich etwas später, da kommen wir frühestens um Mitternacht aus der Arena raus.

Aaron: Die Jungs haben einen der härtesten Jobs im Eishockey. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, denn sie kriegen nicht immer die Anerkennung, die sie verdienen. Unsere Ausrüstung und die Schlittschuhe sind immer in Top-Zustand – wegen ihnen. Wir gehen einfach nur raus und spielen Eishockey. Das wäre ohne ihren Einsatz nicht möglich. Darum ist es wichtig, dass sie wissen, dass wir Spieler sie nicht als selbstverständlich erachten.

Aaron, du hast fast 300 Partien in der NHL absolviert. Kannst du dich noch an dein Debüt erinnern?

Aaron: Das war mit den Columbus Blue Jackets gegen Anaheim, während der Saison 2003/04. Ich war extrem aufgeregt, meine ganze Familie war dabei. An eine Szene kann ich mich aber noch sehr gut erinnern: Ich war hinter dem Tor und hatte die Scheibe, als Sergei Fedorov auf mich zu kam. Ich bin komplett erstarrt und dachte bloß, „Sergei Fedorov kommt, Sergei Fedorov kommt“. Irgendwie habe ich diesen Wechsel aber doch hinter mich gebracht und es dann geschafft, Sergei bei weiteren Wechseln aus dem Weg zu gehen (beide lachen). Das ist eigentlich die einzige Szene, an die ich mich noch erinnern kann. Sonst ging es nur darum, das Spiel und meine Aufregung zu überstehen ohne Fehler zu machen. Die meiste Zeit habe ich nur gedacht, „ich habe es in die NHL geschafft“, statt mich auf das Spiel zu konzentrieren.

Wie hat sich dein Spiel seitdem verändert?

Aaron: Man passt sich immer an das Spiel der eigenen Mannschaft an und macht das, was für sie am besten ist. Ich wurde als offensiver Verteidiger gedraftet, aber so in der NHL zu spielen ist sehr schwer. Man muss seine defensiven Pflichten erfüllen, damit man für das Team nicht zur Belastung wird. Meine Strafzeiten waren in jungen Jahren pro Saison auch gerne mal im dreistelligen Bereich, man will sich zu Beginn seiner Profikarriere natürlich einen Namen machen. Sei es durch körperbetontes Spiel oder auch mal einen Faustkampf, die Gegner sollen wissen, dass man alles tut, um zu gewinnen. Wenn man älter wird, lernt man Geduld und die braucht man als offensiv agierender Verteidiger. Ich hatte dann auch das Glück, mehr Verantwortung auf dem Eis übernehmen zu dürfen, habe regelmäßig im Powerplay gespielt. Das bringt einen Spieler in seiner Entwicklung weiter. Dadurch habe ich Erfahrung gesammelt und kann meinem Team in verschiedenen Bereichen helfen.

Deine Frau Courtney ist mit dir nach Mannheim gekommen. Euer Kennenlernen soll eine ziemlich kuriose Geschichte sein. Erzählst du sie uns?

Aaron: Klar, auch wenn meine Frau die Geschichte wirklich besser erzählt. Ich habe damals für die Chicago Blackhawks gespielt, Courtney hat an der University of Texas studiert. Ihre Uni hat regelmäßig Touren nach Chicago angeboten, um dort Marketing-Firmen zu besuchen und einen Einblick in die Praxis zu erhalten. Unsere Saison war vorbei, also wurden wir zu einem Baseballspiel der Chicago Cubs eingeladen. Sie war auch beim Spiel, aber wir haben uns erst später getroffen, als wir für ein paar Drinks noch in der gleichen Bar gelandet sind. Dort haben wir uns kennengelernt. Ich habe an diesem Abend noch ihre Mutter angerufen, um ihr zu sagen, dass ich eines Tages ihre Tochter heiraten werde (beide lachen). Da waren zwar ein paar Drinks im Spiel und Courtney dachte, dass ich das nicht ernst meine. Aber hier sind wir, seit drei Jahren verheiratet und erwarten unser erstes Kind.

Deine Tochter ist mittlerweile sechs Jahre alt, Tom. Hast du irgendwelche Tipps für Aaron?

Tom: Ich habe damals von einem Freund ein Buch geschenkt bekommen, in dem geht es um die „Dos and Don’ts“ eines Vaters. Das leihe ich Aaron gerne aus (beide lachen). Wichtig ist meiner Meinung nach Geduld, und die hat Aaron. Noch wichtiger ist es aber, vorbereitet zu sein. Bevor unsere Tochter auf die Welt kam, war meine Frau ziemlich aufgeregt und ständig hieß es, „Tom, dies muss noch gemacht werden“ und „Tom, das muss noch gemacht werden“. Vier Monate vor der Geburt war das Kinderzimmer schon fertig eingerichtet. Vorbereitung ist eben der Schlüssel (beide lachen).

Egal wann und wo man Aaron begegnet, er hat immer ein Lächeln im Gesicht. Tom, war das auch in Binghamton so?

Tom: Ich kenne ihn tatsächlich nur so, er lacht ständig. Ich glaube, der Typ hatte noch nie einen schlechten Tag. Auf und neben dem Eis, er hat immer ein Lächeln im Gesicht und ist positiv eingestellt. Solche Menschen braucht eine Mannschaft, weil sie immer Optimismus verbreiten. Aaron ist einfach ein klasse Typ. Ich hatte vor einigen Jahren in Binghamton einen Schlaganfall. Aaron und seine Frau waren unter den ersten Leuten, die mich besucht und nach mir geschaut haben. Das hat mir sehr viel bedeutet und das tut es bis heute.



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Marcel Goc: „Wir haben bei der WM gezeigt, was in uns steckt“

23. August 2016

Mit einem zunächst 25 Mann starken Aufgebot bereitet sich die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft aktuell in Mannheim auf das Olympia-Qualifikationsturnier in Riga/Lettland (1. – 4. September 2016) vor. Der Fokus ist dabei eindeutig auf das gemeinsame Ziel gerichtet: Die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2018. Nur der Turniersieger wird in die südkoreanische Stadt Pyeongchang reisen.

Marcel Goc, der am Sonntag sein 100. Länderspiel bestreitet, bleibt Kapitän der Nationalmannschaft. (Quelle: City-Press)

Bundestrainer Marco Sturm kann in Mannheim sowie den beiden Vorbereitungsspielen am kommenden Wochenende im weißrussischen Minsk gegen Frankreich (Samstag, 27.8., 16 Uhr) und Weißrussland (Sonntag, 28.8., 16 Uhr) auf ein nominell stark besetztes Aufgebot bauen. Spätestens vor der Abreise nach Lettland wird Sturm seinen Kader auf 23 Spieler (20 Spieler plus drei Torhüter) reduzieren.

Neben Stanley Cup-Sieger Tom Kühnhackl von den Pittsburgh Penguins stehen mit Dennis Seidenberg (zuletzt Boston Bruins), Christian Ehrhoff (zuletzt Chicago Blackhawks), Korbinian Holzer (Anaheim Ducks), Philipp Grubauer (Washington Capitals), Tobias Rieder (zuletzt Arizona Coyotes) sowie Youngster Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) sechs weitere NHL-Stars im Kader. Der Bundestrainer muss in der Verteidigung kurzfristig auf den 1,93m-großen Denis Reul verzichten, der aufgrund einer Armverletzung bis zu zwei Wochen ausfällt.

Drei schwere Aufgaben vor der Brust

„Über vermeintliche Favoritenrollen machen wir uns keine Gedanken. Uns stehen drei harte Begegnungen bevor. Wir müssen in Lettland gleich von Anfang an und in jedem Spiel unser allerbestes Eishockey zeigen“, sagt Sturm vor den Partien gegen Japan (01.09. / 14.30 Uhr), Österreich (02.09. / 14.30 Uhr) und Lettland (04.09. / 17 Uhr – alle Spiele LIVE bei SPORT1). „Hier in Mannheim arbeiten wir nun an den Feinheiten, die wir schon bei den Vorbereitungsspielen aufs Eis bringen wollen.“

Auch Rückkehrer Dennis Seidenberg, der zuletzt bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver für Deutschland verteidigte und mit den Boston Bruins im Jahr 2011 den Stanley Cup in der NHL gewann, bestätigt die Worte seines Bundestrainers: „Solche Turnierspiele sind wie Playoffs. Es geht darum, die Kleinigkeiten richtig zu machen und alles zu geben. Als Spieler freut man sich auf genau solche Herausforderungen. “

Goc vor 100. Länderspiel

Nationalmannschafts-Kapitän Marcel Goc, der am kommenden Sonntag gegen Weißrussland sein 100. Länderspiel für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. absolvieren wird, sieht das Team auf einem guten Weg: „Wir haben zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Russland zeigen können, was in uns steckt. Auch bei der ersten Vorbereitungsphase vor wenigen Wochen in Füssen war deutlich zu spüren, dass die Jungs alles dafür tun werden, um bei den Olympischen Spielen dabei sein zu können.“

DEB-Präsident Franz Reindl formuliert die Ansprüche so: „Unser Ziel ist ganz klar der Gewinn der finalen Qualifikation zur Olympia-Teilnahme 2018. Marco Sturm geht mit einem äußerst akribisch und professionell vorbereiteten, sehr starken und absolut motivierten Team an diese große Aufgabe heran.“



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Adler rund zwei Wochen ohne Denis Reul

23. August 2016

Die Adler Mannheim müssen rund zwei Wochen auf Denis Reul verzichten. Der Verteidiger setzt aufgrund einer Armverletzung aus und kann dadurch auch nicht an der Olympia-Qualifikation mit der deutschen Nationalmannschaft teilnehmen.

Ob Reul rechtzeitig für das Rückspiel der CHL-Gruppenphase gegen Lugano am 7. September fit wird, hängt vom Heilungsverlauf ab.



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