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Wir dürfen uns nicht ablenken lassen, müssen die Kleinigkeiten richtig machen

15. Dezember 2010

Liebe Adlerfans,

nach der langen Pause zwischen den beiden Spielen in Düsseldorf und Hamburg kommen wir nun in den nächsten Wochen wieder in einen regelmäßigen Spiele-Rhythmus. Gleich nach dem Auswärtsspiel in Hamburg am Sonntag kam es zwei Tage später zum Heimspiel gegen die Grizzly Adams Wolfsburg. War der Einstieg nach der für uns neuntägigen Unterbrechung in Hamburg von Erfolg gekrönt, so konnten wir beim Heimspiel gegen Wolfsburg leider nicht punkten.


Beide Spiele waren sehr eng und umkämpft. In Hamburg haben wir defensiv sehr diszipliniert und kompakt agiert und so den Hamburgern kaum Raum gelassen, um in gute Schusspositionen zu kommen. Kam doch mal ein Schuss durch, so konnten wir uns auf Fred Brathwaite verlassen, der eine gewohnt starke Leistung zeigte. Dass Brathwaite seinen Vertrag inzwischen verlängert hat, freut uns umso mehr, da wir nun auf der wichtigen Torhüterposition schon Planungssicherheit haben.

Klasse war in Hamburg unser Powerplay und unsere konsequente Chancenverwertung. Zwei Überzahlspiele bekamen wir, zwei Tore haben wir erzielt, das hat Seltenheitswert. Für mich waren in Hamburg die disziplinierte Defensivleistung und die „specialty teams“ der Grund für den Erfolg.

Das Powerplay am Dienstag gegen Wolfsburg war auch in den ersten beiden Situationen sehr stark, leider ist uns kein Tor gelungen. Auch in diesem Spiel haben die „specialty teams“ bedeutend zum Erfolg beigetragen. Für uns leider mit dem falschen Resultat!

Dass Wolfsburg eine läuferisch starke, gut organisierte und homogene Mannschaft ist – nicht umsonst stehen sie an der Tabellenspitze der DEL – war uns im Vorfeld bewusst. Wolfsburg spielt für mich auch mit sehr viel Selbstvertrauen und kann dadurch einige Druckphasen erfolgreich überstehen. Sie lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Die Druckphasen, die Wolfsburg gut durchsteht, müssen wir noch besser in den Griff bekommen. Wir haben dies in einigen Spielen sehr gut demonstriert, unter anderem zuletzt in Hamburg. Gegen Wolfsburg gab es einige Aussetzer, die zu Fehlentscheidungen geführt haben. Der Einsatz und der Wille zu gewinnen sind vorhanden, wir dürfen uns aber beispielsweise durch Frust, Ungeduld oder hohes Risiko nicht von unserer Spielweise abbringen lassen. Wir schießen nicht viele Tore und unseren Torjägern fehlt etwas das Glück und auch das Selbstvertrauen. Im Sport ist Selbstvertrauen wahrscheinlich das wichtigste Element für eine gute Leistung. Falls nicht vorhanden, kann man es wieder gewinnen, indem man sich für die Mannschaft einsetzt und Kleinigkeiten gut macht, die dann nicht unbedingt in der Zeitung stehen. Dazu gehört Schüsse blocken, die Scheibe konsequent raus aus dem eigenen Drittel und tief ins gegnerische Drittel befördern einen Fehler des Mitspielers ausbügeln oder seine Checks zu Ende fahren. Alles unspektakulär, aber enorm wichtig für den Erfolg einer Mannschaft. Mit dem Erfolg kehrt auch wieder mehr Selbstvertrauen ein und mehr Spielwitz. Wir werden uns mit einfachem, solidem, geduldigem und körperbetontem Eishockey das nötige Selbstvertrauen holen.

Iserlohn am Freitag wird ein harter Prüfstein für uns und mit Eurer Unterstützung im Rücken werden wir diese Aufgabe meistern. Danken möchte ich an dieser Stelle noch allen, die in Hamburg mit dabei waren, um uns anzufeuern.

Euer
Harold Kreis



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