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Wir brauchen Siege
Steven Reinprecht ist seit dieser Woche ein Adler. Der 34-jährige Neuzugang wechselte direkt aus der NHL von den Florida Panthers nach Mannheim. Reinprecht bestritt 713 Spiele in der besten Liga der Welt und will nun den Adlern helfen, die Durststrecke zu beenden. Wir haben uns mit dem kanadischen Stürmer getroffen und uns mit ihm über seine ersten Tage in Mannheim, über den Stanley Cup-Sieg und über seine deutschen Wurzeln unterhalten.
Steven, herzlich willkommen bei den Adlern. Du bist seit Sonntag in Mannheim. Wie waren Deine ersten beiden Tage hier?
Die ersten beiden Tage waren sehr interessant und Mannheim ist eine ganz neue und schöne Erfahrung für mich. Leider ist ja mein Gepäck noch nicht aus den USA angekommen, weshalb ich bisher auf dem Eis noch nicht mittrainieren konnte. Aber ich hab die Zeit gestern genutzt, um mich ein bisschen in meiner neuen Umgebung umzuschauen. Hauptsächlich war ich aber in der SAP ARENA. Sobald ich mich hier etwas eingelebt habe, will ich auch die Region hier kennen lernen.
Du sprichst Dein Pech mit dem fehlenden Gepäck, in dem auch Deine Schlittschuhe sind, an. Deine Sachen sind beim Inlandsflug von Miami nach Atlanta wegen eines Schneesturms zurückgeblieben. Wie ärgerlich ist es für Dich, dass Du nicht sofort mittrainieren kannst?
Das ist wirklich hart für mich. Als Neuzugang will man sofort aufs Eis und mit den anderen Jungs trainieren. Unglücklicherweise ist der Schneesturm dazwischen gekommen und mein Gepäck blieb liegen. Ich hoffe aber, dass meine Schlittschuhe und der Rest heute ankommen und ich am Mittwochmorgen endlich ins Training einsteigen kann. (Anm. der Red.: Das Gepäck ist inzwischen in Mannheim eingetroffen)
Trotzdem hattest Du wahrscheinlich Zeit, Dein Team zumindest außerhalb der Eisfläche etwas kennenzulernen. Wie ist Dein erster Eindruck von der Mannschaft?
Alle machen einen guten und netten Eindruck auf mich. Ich freue mich darauf endlich mit ihnen trainieren zu können. Ich bin zwar erst ein paar Tage hier, aber mein erster Eindruck ist insgesamt sehr positiv. Ich bin froh, dass der Transfer so schnell und reibungslos funktioniert hat und ich freu mich nun auf die neue Aufgabe.
Kanntest Du schon ein paar Deiner neuen Teamkollegen aus Deiner Zeit in Amerika?
Ja, ich habe mit Craig MacDonald schon zusammengespielt, zum anderen in der Jugend auch gegen Scott King. Gegen Freddy (Brathwaite) habe ich in der NHL gespielt, als er in Chicago unter Vertrag stand. Also es gibt schon eine kleine Vergangenheit mit ein paar Spielern, was den Transfer hierher für mich natürlich etwas erleichtert hat.
Du hast mehr als zehn Jahre in der NHL gespielt und insgesamt über 700 Spiele bestritten. Glaubst Du, dass die Umstellung von der kleinen auf die große Eisfläche schwer für Dich werden wird?
Natürlich wird das am Anfang etwas schwierig sein. Aber auf so etwas kann ich mich schnell einstellen. Außerdem habe ich bereits in meiner Collegezeit und bei Weltmeisterschaften auf großen Eisflächen gespielt. Große Schwierigkeiten hatte ich dabei nie. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehe ich auch hier keine Probleme.
Was waren Deine Gründe hier nach Mannheim zu wechseln?
Ich habe während meiner Zeit in Florida immer wieder damit geliebäugelt irgendwann auch einmal in Europa zu spielen. Die Adler haben sich sehr um mich bemüht und mir diese Möglichkeit nun geboten. Ich hab sehr viel Positives vom Club Adler Mannheim gehört, besonders auch vom den Fans, die ihre Mannschaft immer sehr gut unterstützen. Deshalb bin ich nun hier und will den Adlern helfen.
Du hast das geschafft, von dem jeder Eishockeyprofi träumt: Du hast mit den Colorado Avalanche 2001 den Stanley Cup gewonnen. Was war das für ein Gefühl?
Es war einfach unglaublich. Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben, weil es etwas ist, von dem man schon als Jugendspieler immer träumt. Als es dann soweit war und wir den Titel sicher hatten, war es etwas Surreales, etwas, das man kaum begreifen konnte. Der Stanley Cup-Sieg war die beste Erfahrung meines Lebens.
Dein Nachname hört sich deutsch an. Welche Verbindungen hast Du zu Deutschland?
Mein Großvater kam aus Deutschland und hat uns den Namen vererbt. Eigentlich kam fast meine gesamte Familie väterlicherseits aus Deutschland. Mein Vater wurde allerdings im ehemaligen Jugoslawien geboren, ich im kanadischen Edmonton. Trotz eines deutschen Opas, spreche ich aber leider kein Deutsch. Allerdings sollte ich wohl mit einem deutschen Nachnamen hier nun umgehend damit anfangen die deutsche Sprache zu lernen.
Warst Du zuvor schon einmal in Deutschland?
Ja, aber nur für kurze Zeit und meist auf der Durchreise. Ich war zwar schon in München, Nürnberg und beim Schloss Neuschwanstein, aber richtig kennengelernt habe ich Deutschland noch nicht. Deshalb bin froh jetzt hier zu sein, besonders auch aufgrund meiner deutschen Wurzeln.
Du wirst bei den Adlern die Nummer 32 auf dem Trikot tragen. Hat diese Nummer eine spezielle Bedeutung für Dich?
Nun, die Nummern, die ich in der NHL getragen habe, sind hier in Mannheim leider alle schon vergeben. Deshalb musste ich lange überlegen. Meine Frau hat mir dann geraten die # 32 zu nehmen, weil ich diese Nummer in der Highschool hatte. Sie sagte, dass mir das bestimmt Glück bringen würde.
Wie sehen Deine persönlichen Ziele mit den Adlern aus?
Ich möchte dem Team natürlich helfen, erfolgreich zu sein. Wir haben im Moment eine schwierige Phase mit einigen Niederlagen, aber wir sind in der Tabelle immer noch in Schlagdistanz. Deshalb müssen nun unbedingt Siege her, um in die Play-Offs einziehen zu können. Dort müssen wir unbedingt hin.
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