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Yanick Lehoux: „Ich glaube, dass wir wieder eine sehr gute Rolle spielen können“

23. Juni 2012

Mit 21 Toren und 37 Assists endete für Yanick Lehoux die erste Saison im Trikot der Adler. Mit Schussgewalt und Technik bezwang der 30-jährige Kanadier die gegnerischen Goalies und entwickelte sich in der abgelaufenen Saison zu einem wichtigen Baustein der Mannschaft von Harold Kreis. Kein Wunder also, dass Teal Fowler alles daran setzte, den Stürmer auch für die kommende Saison an Mannheim zu binden. Zurzeit weilt Yanick mit seiner Familie in der kanadischen Heimat und bereitet sich dort auf die neue Spielzeit vor. Wir haben ihn dort erreicht und mit ihm über den Sommer in Kanada, seine erste Saison bei den Adlern gesprochen und einen Ausblick auf die kommenden Saison gewagt.


Hallo Yanick, schön, dass Du Zeit für ein Interview mit uns hast. Wie geht es Dir und wo erreichen wir Dich gerade?

Mir geht es gut. Ich bin daheim in Kanada in Quebec City, sitze auf der Veranda und freue mich über den Anruf aus Deutschland. Heute ist ein relativ ruhiger Tag bei uns. Meine Frau und ich hatten in den letzten Wochen viel zu tun und sind froh, dass wir nun mal etwas Zeit haben.

Dabei würde man denken, dass für Dich nach der Rückkehr in Deine kanadische Heimat erst einmal etwas Entspannung angesagt wäre.

Ja, ich habe ja auch schon etwas relaxt. Aber wir wollten hier natürlich auch alle Freunde und Familienangehörige sehen, wenn wir schon den größten Teil des Jahres in Deutschland sind. Zudem sollte unser Sohn natürlich auch Zeit bei Oma und Opa verbringen. Da hier die Familien doch etwas weit verstreut sind, hat das etwas Zeit in Anspruch genommen. Aber es ist auch sehr schön, seine Freunde und die Familie wiederzusehen. Das lässt die Reisestrapazen schnell vergessen.

Die Saison mit den Adlern war sehr lang. Wie wichtig ist für Dich persönlich diese Sommerpause?

Sie ist körperlich wichtig, aber ehrlich gesagt hätte ich die Pause mental gar nicht so sehr gebraucht. Wir hatten und haben immer noch ein tolles Team in Mannheim und sind eine verschworene Gemeinschaft. Es hat mit den Jungs in der letzten Saison sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wir diese Zeit am Ende leider nicht krönen konnten.

Man merkt, Du bist schon wieder richtig heiß auf die neue Spielzeit.

Und wie! Ich kann es kaum erwarten, wieder ins Eistraining einzusteigen. Diese letzte Niederlage gegen Berlin hat jeden von uns neu motiviert, in der kommenden Saison wieder voll anzugreifen. Trotz meiner Zeit hier in Kanada denke ich viel ans Eishockey und die kommende Saison.

Wie schnell war denn die Enttäuschung über die Finalniederlage verflogen?

Das hat schon etwas gedauert. Aber das ist jetzt völlig abgehakt. Es zählt nur noch, was nächste Saison auf dem Eis passiert. Darauf fokussiere ich mich und bin top motiviert. Im September startet alles bei null und da wollen wir als Team wieder vom Start weg da sein.

Welches Fazit ziehst Du persönlich für Deine erste Saison bei den Adlern?

Ich habe bei den Adlern sehr viel gelernt und auch für mich selbst mitgenommen. Am Anfang der Saison hatte ich hier und da noch ein paar Probleme, was aber sicherlich etwas mit meiner körperlichen Verfassung zu tun hatte. Das wird diesmal ganz anders sein. Ich glaube, dass ich mich in den Monaten als Spieler weiterentwickelt habe und das in der nächsten Saison auch noch tun werde.

Stand für Dich also schnell fest, dass Du gerne hier in Mannheim bleiben wolltest?

Natürlich, und ich bin froh, dass mir die Adler das Vertragsangebot gemacht haben. Es war bisher meine schönste Saison in Europa und ich bin sehr froh, dass ich hier in Mannheim bleiben werde. Die Adler sind ein absoluter Topclub und meine Familie und ich wurden hier in Mannheim vom ersten Tag an sehr positiv und gut behandelt. Alles ist sehr professionell für uns Spieler und das versuche ich bei jedem Spiel auf dem Eis zurückzugeben.

Was erwartest Du denn von der kommenden Saison?

Ich glaube, dass wir wieder eine sehr gute Rolle spielen können. Der Kader bleibt fast ausnahmslos zusammen, das Team ist eingespielt und wir kennen uns alle bis ins Detail. Bis auf wenige Positionen bleibt alles beim Alten. Deshalb hab ich ein richtig gutes Gefühl und schaue positiv nach vorne.

Eine der zentralen Positionen wird in der neuen Saison aber neu besetzt sein. Nationaltorwart Dennis Endras wird zusammen mit Felix Brückmann das Torwartduo der kommenden Saison bilden. Was hältst Du vom Neuzugang?

Ich habe Dennis in der Vorbereitung zur letzten Saison kennengelernt. Da haben wir aber nur ein paar Mal zusammen trainiert und deshalb konnte ich mir selbst nur einen kleinen Eindruck verschaffen. Aber jeder, mit dem ich bisher über ihn gesprochen habe, hat ihn gelobt und nur Gutes erzählt. Ich bin also davon überzeugt, dass wir wieder zwei hervorragende Goalies im Kasten haben.

Vor dem Urlaub haben alle Spieler, auch die nordamerikanischen Profis, einen festen Trainingsplan von den Athletiktrainern mit auf den Weg bekommen. Hier in Mannheim trainieren die deutschen Spieler gerade im Gruppentraining. Wie sieht das bei Dir in Kanada aus?

Ich trainiere im Moment auch in einer Gruppe mit zehn anderen Jungs. Alle spielen professionell Eishockey und haben ähnliche Trainingspläne bekommen. Trotz der Unterschiede im Ablauf der einzelnen Übungen funktioniert das relativ gut. Wir halten uns alle gemeinsam fit. Klar, manche Sachen muss man für sich selbst machen, das geht in der Gruppe schlecht. Aber ich bin eher der Gruppentyp und bin froh, die Jungs hier zu haben. Ich brauch einfach jemanden zum reden, Spaß machen, aber auch mal zum anspornen, wenn es körperlich hart wird. Natürlich gibt es sicherlich auch Profis, die den Plan lieber ganz alleine umsetzen wollen, aber zu denen zähle ich nicht.

Wie sieht denn nun die Planung für die kommenden Monate aus?

Ich werde mit meiner Familie voraussichtlich in der letzten Juliwoche nach Mannheim zurückkehren. Das genaue Datum steht aber noch nicht fest. Bis dahin werde ich noch ein paar Sachen erledigen und natürlich kräftig trainieren. Momentan haben wir relativ sonniges Wetter hier. Das ist eine gute Sache, denn dann kann man mit der Familie auch viel mehr unternehmen. Ab August geht’s dann aber wieder voll mit dem Eishockey los. Erst wartet die European Trophy und dann startet auch schon die neue Saison, in der wir alle viel vorhaben.



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