Papineau: „Ich hatte lange mit der Situation zu kämpfen“

10. August 2017

Die Freude war allseits riesig, denn dem 22. Eagles Cup wohnte ein ganz spezieller Ehrengast bei. Auf Einladung von Adler-Manager Teal Fowler reiste Justin Papineau gemeinsam mit seiner Frau vergangenes Wochenende aus Übersee nach Mannheim, um in St. Leon-Rot gemeinsam mit dem aktuellen Team den Golfschläger zu schwingen. Der inzwischen 34-Jährige streifte von 2009 bis 2011 die Mannheimer Farben über, doch schon zu Beginn seiner zweiten Saison bei den Adlern verletzte sich der Kanadier schwer. Der ehemalige Stürmer prallte am 15. Oktober 2010 im Auswärtsspiel in Ingolstadt unglücklich in die Bande und zog sich dabei eine Fraktur des zwölften Brustwirbels zu. Nach mehreren Operationen und Reha-Maßnahmen beendete Papineau 2012 schließlich seine aktive Eishockey-Karriere. Kurz vor seiner Rückreise haben wir uns mit „Paps“ unterhalten.

Beim diesjährigen Eagles Cup hatte Ex-Adler Justin Papineau (Mitte) mit seinem Flight sichtlich Spaß.

Justin, schön, dass du uns besucht hast. Wie hat dir dein Aufenthalt in Mannheim gefallen?

Es fühlte sich schon anders an als bei meinem letzten Besuch. Diesmal kam ich als Gast, nicht mehr als Spieler. So konnte ich die Zeit leicht genießen, hatte keinen Stress. Es war eine tolle Veranstaltung und einfach schön, ein paar vertraute Gesichter wiederzusehen. Es war aufregend für mich und meine Frau, diesen ganzen Tag miterleben und nochmals ein wenig die spezielle Atmosphäre in Mannheim aufsaugen zu dürfen.

Inwieweit hast du noch Kontakt zu den Jungs oder zu den Adlern?

Mit Ronny und Kinki habe ich damals schon zusammengespielt und über die sozialen Medien bleibt man ständig in Kontakt. Ich habe aber auch generell verfolgt, wie es um die Adler steht. Schließlich war das hier der letzte Club, für den ich auf dem Eis stand und ich habe mich hier wie zu Hause gefühlt.

Dabei wurde dein zweites Jahr in Mannheim von einer schweren Verletzung überschattet, die letztlich sogar dein Karriereende bedeutete. Wie bist du damals mit der Situation umgegangen und wie beurteilst du sie heute?

Es war schon eine schwere Situation. Ich habe sie immer wieder in meinem Kopf durchgespielt und hatte lange damit zu kämpfen. Am härtesten traf mich, dass ich nicht selbst entscheiden konnte, wann und wie ich meine Karriere beenden will. Auch jetzt gerade ist es nicht einfach, wenn man sieht, wie die Jungs sich auf die neue Saison vorbereiten und es dann bald wieder losgeht. Aber letztlich gehört das zum Sport dazu. Ich wusste, dass mir eine solche Verletzung passieren kann und so fand ich mich irgendwann damit ab. Inzwischen habe ich mir mit meiner Familie ein neues Leben aufgebaut und es ist toll. Meine Frau ist Lehrerin, ich kümmere mich um den Haushalt und unsere zwei Kinder. Langsam sind die aber in einem Alter, in dem sie mich nicht rund um die Uhr brauchen. Deswegen schaue ich mich aktuell nach einem Job um.

Das heißt, dass es dir gesundheitlich gut geht?

Es gibt schon noch Tage, an denen ich Schmerzen habe, oder gewisse Situationen, Bewegungen, die mir weh tun. Nach anstrengenden Tagen fällt es mir gelegentlich schwer, aus dem Bett zu steigen. Aber ich habe gelernt, damit zu leben, mich entsprechend anzupassen. Ich kenne meine Grenzen und wenn ich sie überschreite, dann ist das meine Schuld.

Hast du trotz der Probleme noch irgendetwas mit Eishockey zu tun?

Ja, einmal in der Woche spiele ich in einer kleinen Männerrunde. Es ist alles sehr entspannt, ohne Körperkontakt. Und dafür bin ich heilfroh, denn Dan McGillis ist auch mit am Start (lacht). Ansonsten schaue ich mir natürlich viele NHL-Spiele an. Ich selbst bin Fan der Montreal Canadiens, meine Tochter hält es mit Boston und mein Sohn mit Pittsburgh. Bei uns daheim ist also für ordentlich Zündstoff gesorgt.



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