Setoguchi: „Ich stehe dazu, was ich damals gemacht habe“

28. Juli 2017

Schon im vergangenen Sommer standen die Adler kurz vor der Verpflichtung von Devin Setoguchi, in diesem Sommer hat es geklappt. Warum sich der 30-jährige Stürmer gleich für zwei Jahre an Mannheim gebunden hat und warum er erst ein paar Tage später in der Quadratestadt aufschlagen wird, berichtet unsere neue Nummer 16 im Interview.

Devin, der Sommer neigt sich dem Ende entgegen. Wie hast du die eishockeyfreie Zeit bislang verbracht?

Absolut typisch für einen Eishockeyspieler. Ich trainiere von Montag bis Freitag, genieße aber gleichzeitig die Zeit mit meiner Familie. Ich finde es schön, abends einfach mal mit meiner Frau Essen zu gehen und Dinge zu unternehmen.

Allerdings wirst du erst etwas später als die anderen Importspieler nach Mannheim kommen. Warum?

Mein Schwager heiratet am 05. August und da bin ich natürlich voll in den Planungen der Hochzeitsfeier involviert. Ich habe das im Vorfeld mit Teal geklärt und bin den Adlern sehr dankbar, dass ich noch etwas länger in Übersee bleiben kann.

An die Adler hast du dich gleich für zwei Jahre gebunden. Was hat den Ausschlag für einen Vertrag in Mannheim gegeben?

Ich habe lange in der NHL gespielt, zuletzt stand ich allerdings in drei Jahren für fünf verschiedene Clubs auf dem Eis. Für mich und meine Frau war es jetzt wichtig, etwas mehr Konstanz zu haben und wir wollten natürlich in eine Organisation, in der wir uns wohlfühlen. Ich habe schon einmal mit San José in Mannheim gespielt und habe von damals die Stadt, die Arena und die Fans in guter Erinnerung. Außerdem kenne ich Marcel Goc und David Wolf, sodass ich nicht völlig in ein neues Team komme. Auch die Gespräche mit Teal und Sean waren sehr positiv, daher habe ich mich dann für die Adler entschieden.

Einer deiner fünf letzten Clubs war der HC Davos. Waren deine Erfahrungen aus der Schweiz auch ein Grund, warum du dich erneut für ein Engagement in Europa entschieden hast?

Zum Teil. Mir hat es in der Schweiz gut gefallen und ich gehe davon aus, dass das Leben in Deutschland nicht viel anders sein wird. Mannheim hat für mich als Stadt aber auch die richtige Größe. Ich bin kein Fan von riesigen Metropolen. Und mit Blick aufs Eishockey ist die Spielweise hier der nordamerikanischen sehr ähnlich, nur eben auf einer größeren Eisfläche. Viele ehemalige NHL-Spieler sind nach Europa gewechselt und keiner von ihnen hat mir bislang irgendetwas Negatives berichtet.

Es gab aber einen nicht so schönen Grund dafür, dass du 2015 überhaupt nach Davos gegangen bist. Du hattest zuvor eine schwere Zeit in Nordamerika durchgemacht, mit Verletzungen und schließlich auch mit Alkoholproblemen zu kämpfen. Wie denkst du an diese Zeit zurück?

Ich stehe dazu, was ich damals gemacht habe, aber inzwischen hat sich alles zum Guten gedreht. Alles ist so, wie es sein sollte. Ich bin seit über zwei Jahren trocken, habe eine tolle Familie und ein geordnetes Leben. Ich bin einfach glücklich, fühle mich gut und habe daher auch überhaupt kein Verlangen mehr, in eine ähnliche Situation zu kommen wie damals.

Wo wir gerade bei persönlichen Dingen sind: Dein Nachname klingt asiatisch. Verrate uns zum Abschluss doch noch woher er kommt.

Meine Urgroßeltern waren Japaner, meine Großeltern sind aber schon in Nordamerika geboren. Daher habe ich auch keine Beziehung zu Japan oder der japanischen Kultur. Ich war bislang noch niemals dort, weil es einfach zu weit weg ist.

McGrath: „Du musst auf beiden Seiten des Eises hart arbeiten“

27. Juli 2017

Evan McGrath wurde von den Adlern mit einem einmonatigen Tryout-Vertrag ausgestattet. Im Interview verrät der 31-jährige Kanadier, warum er sich für einen Probevertrag in Mannheim entschieden hat und warum seine Familie auf jeden Fall mit nach Deutschland kommen wird.

Evan, schon in wenigen Tagen geht dein Flug nach Deutschland, die Sommerpause ist dann vorbei. Wie hast du die letzten Monate verbracht?

Ich war daheim in Ontario bei meiner Familie. Nachdem wir letztes Jahr noch viel gereist sind, sind wir dieses Mal ausschließlich in der Region geblieben. Wir haben hier ein kleines Haus am See, wo es sehr schön ist. Vor allem unserer dreijährigen Tochter gefällt es dort gut. Mir ist es wichtig, nach einer langen Saison heimzukommen und alle Freunde und Verwandte wiederzusehen. Andersherum wollen Großeltern, Tanten und Onkel natürlich auch uns wiedersehen.

Du bist demnach ein absoluter Familienmensch. Kommen deine Frau und deine Tochter auch mit nach Mannheim?

Ich bin ein absoluter Familienmensch. Meine Frau und meine Tochter begleiten mich überall hin. Sie geben mir ein Gefühl von Sicherheit und unterstützen mich. Ich könnte nie lange von ihnen getrennt sein. Auch meine beiden Hunde werde ich mit nach Mannheim bringen.

Du hast bei den Adlern einen einmonatigen Tryout-Vertrag unterschrieben. Wie ist es dazu gekommen?

Normalerweise bin ich nicht so der Freund von Tryout-Verträgen. Als aber Teal angerufen hat und mir von der Möglichkeit erzählt hat, für die Adler vorzuspielen, konnte ich nicht absagen. Für mich ist das eine große Gelegenheit, mich zu zeigen. Ich kenne schon einige der Jungs und alle haben mir nur positives über das Team, die Organisation, die Fans und die Stadt berichtet. Und obwohl ich noch gar nicht in Mannheim bin, habe ich schon jetzt sehr viel Hilfsbereitschaft erfahren.

Wen kennst du denn bereits aus dem aktuellen Kader?

Seit der Jugend kenne ich Carlo Colaiacovo. Lustigerweise haben wir uns noch vor ein paar Monaten über Mannheim unterhalten, da wusste ich aber noch nichts davon, dass ich jetzt die Möglichkeit habe, mich hier zu beweisen. Auch Aaron Johnson, Brent Raedeke, Chad Kolarik und Devin Setoguchi sind mir bekannt und der Vater meiner Frau, Doug Gilmour, hat mit Sean Simpson schon einmal zusammen beim Spengler Cup gecoacht.

Neben einigen Spielern kennst du auch Europa schon, hast die vergangenen sieben Jahre in Schweden, der Schweiz und Österreich gespielt. Demnach sind Kultur und Lebensweise ebenfalls nicht neu für dich.

Ja, wir haben genau gewusst, auf was wir uns einlassen. Die Länder, in denen ich bisher gespielt habe, waren alle toll. Nun freue ich mich darauf, mit Deutschland und Mannheim wieder Neues kennenzulernen, und in Sachen Eishockey gehört die DEL auf jeden Fall zu den Top-Ligen in Europa.

Während der Vorbereitung wirst du mit Mannheim wieder in die Schweiz zurückkehren. Haben die Spiele beim Lehner Cup eine ganz besondere Bedeutung für dich?

Ich habe meine Zeit in der Schweiz sehr genossen. Es ist ein Land, in dem sich sehr gut leben und Eishockey spielen lässt. Für mich sind das aber in erster Linie die Partien, in denen ich mich beweisen kann. Da ist es eigentlich egal, gegen wen es geht. Ich will einfach nur mein Bestes geben, all meine Vorzüge ins Spiel bringen sowie auf und neben dem Eis überzeugen. Das gilt natürlich auch für die Begegnungen in der CHL.

Apropos CHL: Wie ist deine Meinung zur Champions Hockey League? Du standest 2014 mit Frölunda im Halbfinale der European Trophy, dem Vorgängerwettbewerb der CHL.

Da haben wir sogar in Berlin gespielt. Das war eine großartige Erfahrung. Die CHL ist auf jeden Fall ein cooler Wettbewerb, bietet ganz großes Hockey. Es ist schon eine Herausforderung sich dort gegen die besten Teams zu bewähren.

Zum Abschluss noch eine Frage zum Spieler McGrath: Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Ich bin ein offensiv ausgerichteter Stürmer, der aber weiß, wie wichtig die Defensive ist. Eishockey hat sich über die letzten Jahre verändert. Es reicht nicht mehr, nur auf einer Seite des Eises gut zu sein. Du musst immer auf beiden hart arbeiten.

Besondere Ehre für Carlo Colaiacovo

26. Juli 2017

Adler-Verteidiger Carlo Colaiacovo kommt eine besondere Ehre zuteil. Der 34-jährige Italo-Kanadier wurde von Team Canada zu einer Sichtungsmaßnahme für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang eingeladen.

Da nach aktuellem Stand kein NHL-Spieler die Freigabe für das Olympische Turnier im Februar 2018 erhalten wird, rücken für Sean Burke, General Manager von Hockey Canada, die in Europa spielenden Akteure in den Vordergrund. Bei insgesamt zwei Sichtungsterminen im russischen Sotchi sowie Sankt Petersburg erhalten über 40 Spieler die Möglichkeit, sich für die Olympischen Winterspiele zu empfehlen. Colaiacovo wird dabei beim zweiten Termin (12. bis 18. August) in Sankt Petersburg mit von der Partie sein und den Adlern in dieser Zeit nicht zur Verfügung stehen.

„Es ist für mich eine besondere Ehre, mein Heimatland zu repräsentieren, gerade im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele“, freut sich Colaiacovo über seine Nominierung. „Ich werde zwar ein Teil der Vorbereitung mit den Adlern verpassen, aber jedes Kind träumt doch davon, bei Olympia dabei sein zu können. Deshalb möchte ich die Gelegenheit auch nutzen, um mich für dieses große Turnier zu empfehlen“, so der Defender weiter.

Neben Colaiacovo haben mit Brandon Buck, Patrick McNeill (beide Ingolstadt), Trevor Parkes (Augsburg) und Shawn Lalonde (Köln) vier weitere Spieler aus der DEL eine Einladung von Hockey Canada erhalten.

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