Performance-Check: Eisbären Berlin
Beim „Spiel der leuchtenden Herzen“ standen sich Mannheim und Berlin zuletzt gegenüber. Mit 8:5 behielten unsere Jungs die Oberhand. Was sich seither bei den Hauptstädtern getan hat, beleuchten wir in unserem Performance Check.
Form: Die Eisbären haben für ihre Verhältnisse mit einer durchwachsenen Saison zu kämpfen. Nahezu von Beginn an hatten zahlreiche und langfristige Verletzungen Einfluss auf die sportliche Entwicklung. So findet sich der amtierende Meister zwei Spieltage vor Hauptrundenschluss auf Rang sechs wieder, was letztlich auch ihre beste Ausgangsposition für die Playoffs sein wird. Möglich ist daneben nur noch ein Abrutschen auf Platz sieben, was den Umweg über die 1. Playoff-Runde nach sich ziehen würde. Die Formkurve der Eisbären zeigt aber definitiv nach oben. Vier der fünf jüngsten Begegnungen konnten gewonnen werden. Zuletzt feierte die Mannschaft von Serge Aubin ein 1:0-Erfolg in Köln.
Tor: Aus Eisbären-Sicht ist genau das eingetreten, was nicht hätte eintreten dürfen. Aufgrund von zahlreichen Verletzungen bei den Feldspielern entschieden sich die Verantwortlichen gegen eine zusätzliche Absicherung auf der Torhüterposition. Im Testspiel gegen Wolfsburg während der Olympia-Pause verletzte sich ausgerechnet noch Nummer-eins-Schlussmann Jake Hildebrand, sodass nun Jonas Stettmer quasi im Alleingang die Saison zu Ende spielen wird. Mit einer Fangquote von 90,1 Prozent und einem Gegentorschnitt von 2,7 findet sich der 24-Jährige im Ligamittelfeld wieder. Auch die 154 Gegentore bislang platzieren die Eisbären in dieser Kategorie im Mittelfeld.
Verteidigung: Eric Mik hat die meisten Partien in der Eisbären-Verteidigung bestritten, verpasste nur eine Begegnung, womit der 26-Jährige aber die absolute Ausnahme ist. Folglich ist Mik mit vier Toren und 20 Vorlagen auch der punktbeste Defender seines Teams. Der nachverpflichtete Les Lancaster war zuletzt häufig auch als Aushilfsstürmer eingesetzt, machte seine Aufgabe aber ordentlich. Beim Blick auf das Unterzahlspiel der Eisbären macht sich die Vielzahl der Verletzten klar bemerkbar. Mit 76,92 Prozent steht das Team von Cheftrainer Serge Aubin nur auf dem fünftletzten Platz.
Sturm: Über einen Punkt pro Spiel steuert Liam Kirk bei. Genauer gesagt 32 Tore und 21 Vorlagen in 50 Begegnungen. Kein Spieler in der Liga traf bislang häufiger in den gegnerischen Kasten. Ihm folgen die beiden deutschen Nationalspieler Freddy Tiffels (acht Tore, 36 Vorlagen) und Leo Pföderl (elf Treffer, 30 Assists). Ty Ronning, vergangene Saison noch Topscorer der Liga, steht aufgrund mehrerer Verletzungen erst bei 32 Einsätzen, kam dabei aber zu 18 Toren und 19 Vorlagen. 162 Treffer erzielten die Eisbären insgesamt – eine Top-sechs-Platzierung. Etwas überraschend kommt das schwächste Powerplay der Liga weiter aus Berlin (15,54 Prozent).
Personal: Nachdem sich das Lazarett lichtet, wird Schlussmann Jake Hildebrand – wie bereits geschrieben – sehr wahrscheinlich in dieser Saison nicht mehr zwischen die Pfosten zurückkehren. Verteidiger Mitch Reinke wird ebenso wie Stürmer Lean Bergmann noch länger fehlen. Für Korbinian Geibel, Blaine Byron und Patrick Khodorenko ist die Saison bereits gelaufen. Außerdem wurde der Vertrag mit Matej Leden aufgelöst. Den Stürmer zog es nach Regensburg in die DEL2.



