Hildebrand: „Unaufgeregt und sehr kontrolliert“
Mit Jake Hildebrand konnten die Adler Mannheim einen Torhüter verpflichten, der in den vergangenen drei Spielzeiten jeweils die deutsche Meisterschaft gewann. Im Interview spricht der 31-Jährige über seine erfolgreiche Zeit in Berlin, seine Erwartungen an die neue Herausforderung in Mannheim, seinen Spielstil sowie über die eishockeyfreie Zeit.
Jake, herzlich willkommen im Team der Adler. Wie geht es dir inzwischen nach deiner Verletzung?
Danke! An sich ganz gut. Ich befinde mich mitten im Reha-Training. Grundsätzlich kann ich alles machen, nur etwas langsamer und vorsichtiger.
Wie und wo verbringst du aktuell deinen Sommer?
Seit gut einer Woche bin ich mit meiner Frau und meiner Tochter zurück in Nordamerika, genauer gesagt in Michigan. Hier war ich an der Universität und seitdem absolviere ich dort jedes Jahr mein Sommertraining. Es ist auch nicht weit bis zu meiner Heimatstadt in Pennsylvania. So kann ich meine Familie besuchen und sie mich.
Du kennst Mannheim inzwischen sicher schon ein wenig. Was weißt du bereits über die Stadt, die Organisation und dein neues Umfeld?
Von der Stadt an sich habe ich noch nicht so viel gesehen, das werde ich aber nachholen. Es soll viele tolle Fleckchen geben und die Region hat wohl einiges zu bieten. Ansonsten habe ich Mannheim als einen sehr leidenschaftlichen Eishockeystandort kennengelernt. Über die Organisation wurde mir auch nur Positives berichtet. Mannheim hat gefestigte Strukturen und kümmert sich gut um seine Spieler.
Du wechselst nun zwischen zwei großen Rivalen der Liga. Macht das diesen Transfer für dich noch einmal besonders spannend?
Für mich war die Perspektive entscheidend, wieder Teil einer starken Mannschaft sein zu können, die das Potential besitzt, weit zu kommen. Natürlich musste ich mir nach Bekanntgabe des Wechsels von einem Teil meiner ehemaligen Kollegen ein paar Sprüche anhören, aber so sind Jungs, und ich weiß damit umzugehen. (lacht) Ich wollte für mich einen neuen Schritt gehen.
Gemeinsam mit Maximilian Franzreb wirst du unser neues Torhüterduo bilden. Wie könnt ihr euch gegenseitig ergänzen?
Maxi ist ein toller Mensch und ein starker Torhüter. Ich bin der Meinung, dass ein Club im modernen Eishockey mit einem Tandem antreten muss, das konstant auf einem guten Niveau agiert. Vor allem bei dem, was die kommende Saison an Belastung und Herausforderung mit Champions Hockey League und Spengler Cup für uns bereithält.
Gibt es weitere Spieler im Kader der Adler, die du kennst oder mit denen du bereits zusammengespielt hast?
Einige. Mit Luke Esposito trainiere ich im Sommer öfter zusammen, mit John Gilmour stand ich im Nachwuchs auf dem Eis, und mit Zach Solow habe ich den Kelly Cup in der ECHL gewonnen. Einige andere kennt man als Freunde von Freunden. Ich bin mir sicher, dass die Integration ins Team schnell gelingt.
Kann man sagen, dass deine Zeit in Deutschland bislang von Erfolgen geprägt war? Mit Frankfurt bist du aufgestiegen, mit Berlin dreimal Meister geworden.
Allerdings! Dabei war mein ursprüngliches Vorhaben, einfach eine Saison in Europa zu spielen und zu leben. Ich habe mir dann Deutschland ausgesucht, weil mich das Land schon immer ein wenig interessiert hat. Nun lebe ich seit fünf Jahren hier und fühle mich mit meiner Familie unfassbar wohl.
Du wirst bei uns mit der Rückennummer 30 auflaufen. Welche Geschichte steckt hinter dieser Nummer?
Als ich als Kind mit dem Eishockey begonnen habe, stand Jean-Sébastien Aubin mit der Nummer 30 im Tor der Pittsburgh Penguins. Ich war begeistert von seinem Torwartspiel und habe mir daher auch seine Nummer ausgesucht.
Wie würdest du deinen Stil als Torhüter beschreiben? Was zeichnet dich auf dem Eis besonders aus?
Ich bin ein sehr technisch versierter Torhüter. Ich habe meine genauen Abläufe, versuche mit gutem Stellungsspiel, wenigen, gezielten Bewegungen meinen Job zu erfüllen. Unaufgeregt und sehr kontrolliert.
Wie verbringst du deine Zeit abseits des Eises? Welche Hobbys oder Interessen hast du?
Ich liebe es, am und auf dem Wasser zu sein, gehe beispielsweise wahnsinnig gerne Fischen. Ich golfe auch gerne, allerdings bin ich nicht sonderlich gut. Daneben koche ich leidenschaftlich gerne und stehe eigentlich mindestens einmal am Tag am Grill.
Welche Eigenschaften oder Werte sind für dich wichtig, um sowohl sportlich als auch privat erfolgreich zu sein?
Ich lege sehr viel Wert auf eine gute Vorbereitung. Ich achte darauf, mich selbst, mein Umfeld immer so vorzubereiten, dass es mir möglich ist, das Beste aus mir rauszuholen. Und das jeden Tag, immer mit derselben Akribie, mit derselben Gründlichkeit.



