19.06.2026

Macek: „Rückblickend, ein wichtiger Schritt meiner Entwicklung“

Macek: „Rückblickend, ein wichtiger Schritt meiner Entwicklung“

Mit Brooks Macek haben die Adler einen erfahrenen Angreifer verpflichtet. Der Deutsch-Kanadier verbrachte die vergangenen sieben Spielzeiten bei Avtomobilist Yekaterinburg in der KHL. Im Interview spricht der Angreifer über ehemalige Weggefährten, die ihm Mannheim empfohlen haben, seine Qualitäten sowie seine Erfahrungen als Profi in Russland.

Brooks, herzlich willkommen bei unseren Adlern. Wie verläuft deine bisherige Sommerpause?

Da meine Saison bereits im April endete, konnte ich zunächst etwas abschalten. Wir waren unter anderen in Winnipeg, um Familie und Freunde zu besuchen. Ansonsten stehen natürlich Sommertraining und die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit auf dem Programm. Insgesamt genieße ich die freie Zeit und versuche, möglichst viele Momente mit meinen Liebsten zu verbringen.

Welche Erinnerungen verbindest du noch mit Mannheim aus deiner Zeit in der PENNY DEL?

Mannheim war immer eine Mannschaft, gegen die man nur ungern gespielt hat. Die SAP Arena war für Auswärtsteams stets eine schwierige Spielstätte. Die Atmosphäre ist hervorragend und die Adler gehören immer zu den stärksten Teams der Liga. Ich erinnere mich auf jeden Fall an einige sehr anspruchsvolle Spiele gegen die Adler.

Dass du auch den deutschen Pass hast, liegt an deinen Eltern. Beschreib uns doch mal die familiären Verhältnisse und wie es dazu kam?

Mein Vater wurde in Deutschland geboren und ist als Kind gemeinsam mit seinen Eltern nach Kanada ausgewandert. Meine Großmutter lebte später in Winnipeg, war bei vielen meiner Spiele dabei. Deutschland war in unserer Familie schon immer präsent. Mein Vater spricht bis heute fließend deutsch, während meine Geschwister und ich die Sprache leider nie richtig gelernt haben. Zudem ist das Deutsch, das ich mir während meiner Zeit in Deutschland angeeignet habe, in den vergangenen Jahren etwas eingerostet. Deshalb versuche ich jetzt, mit kleinen Übungen und Sprach-Apps alles wieder aufzufrischen.

In Yekaterinburg hast du unter anderem mit Ex-Adler Nigel Dawes zusammengespielt. Zudem stammt ihr beide aus Winnipeg. Hast du dich im Vorfeld deines Wechsels mit ihm über Mannheim und die Adler ausgetauscht?

Ja, ich konnte mich mit ihm im Vorfeld über die die Gegebenheiten vor Ort unterhalten. Nigel hat ausschließlich positive Dinge über die Organisation erzählt. Er hat die Fans, das Umfeld und den Umgang mit den Spielern gelobt. Besonders hilfreich waren für mich auch seine Erfahrungen als Familienvater. Er hat mir viel über die internationalen Schulmöglichkeiten erzählt, da seine Familie ähnliche Entscheidungen treffen musste. Das hat uns sehr geholfen.

Mit Matthias Plachta hast du bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang die Silbermedaille gewonnen. Gibt es weitere Verbindungen zu Spielern aus dem aktuellen Adler-Kader?

Mit Matthias verbindet mich natürlich ein besonderes Erlebnis durch die Olympischen Spiele. Außerdem habe ich bereits mit Tom Kühnhackl in der Nationalmannschaft zusammengespielt, viele andere Spieler der Liga kenne ich noch aus meiner früheren Zeit in München und Iserlohn. Deshalb freue ich mich darauf, einige bekannte Gesichter wiederzusehen.

In nahezu jeder Station deiner Karriere hast du deine Torgefahr unter Beweis gestellt. Was zeichnet dich als Torjäger aus und worauf kommt es an, um konstant zu den besten Torschützen eines Teams zu gehören?

Man muss täglich an seinem Schuss arbeiten, an der Schnelligkeit der Ausführung und an der Präzision. Gleichzeitig geht es darum, die richtigen Räume auf dem Eis zu finden und dort präsent zu sein, wo Torchancen entstehen. Dazu gehört auch die richtige Mentalität, denn man muss Tore erzielen wollen. Wer regelmäßig erfolgreich sein möchte, sollte hungrig bleiben und jede Chance nutzen. 

In deinen sieben Jahren bei Avtomobilist Yekaterinburg gehörte die Mannschaft regelmäßig zu den Playoff-Teilnehmern. Dennoch blieb der ganz große Wurf aus. Woran hat es aus deiner Sicht gelegen?

Die KHL ist eine enorm starke und ausgeglichene Liga. Es gibt viele Mannschaften auf sehr hohem Niveau und oft entscheiden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Wir hatten einige gute Teams und konnten einmal bis ins Halbfinale vorstoßen, wo wir erst in einem siebten Spiel ausgeschieden sind. Natürlich schmerzen solche Niederlagen, gleichzeitig gehören sie aber zum Sport dazu. Jetzt freue ich mich auf die neue Herausforderung in Mannheim.

Titel konntest du dennoch bereits gewinnen: Mit München wurdest du zweimal Meister. Wenn du heute auf die PENNY DEL blickst, wie hat sich die Liga in den vergangenen Jahren entwickelt?

Nach allem, was ich gehört habe, hat sich die Liga sehr positiv entwickelt. Vor allem die jungen Spieler sind heute technisch stärker ausgebildet. Das Spiel ist insgesamt schneller geworden, was der Qualität zugutekommt. Viele Leute innerhalb der Liga bestätigen mir, dass das Niveau deutlich gestiegen ist. 

Nach deiner Zeit in München folgte der Wechsel zu den Chicago Wolves in die AHL, wo du eine herausragende Saison gespielt hast. Warum hat es deiner Einschätzung nach dennoch nicht für einen Einsatz in der NHL gereicht?

Die Organisation in Vegas war damals sehr stark besetzt, hatte bereits einen eingespielten Stamm. Letztlich liegen solche Entscheidungen immer bei den Verantwortlichen. Rückblickend sehe ich meine Zeit in Chicago aber als wichtigen Schritt in meiner Entwicklung. Sie hat mir geholfen, den Weg in die KHL einzuschlagen und mich als Spieler weiterzuentwickeln.

KHL ist ein gutes Stichwort. Wie hast du die Zeit in Yekaterinburg persönlich erlebt?

Ich hatte persönlich eine sehr gute Zeit in Russland. Ich habe viele großartige Menschen kennengelernt, wurde von der Organisation stets hervorragend behandelt und habe somit positive Erfahrungen sammeln dürfen. 

In fünf deiner sieben Spielzeiten in Yekaterinburg hast du das „A“ auf der Brust getragen. Welche Bedeutung hatte diese Rolle für dich? 

Gerade in einer international geprägten Mannschaft ist es etwas Besonderes, Verantwortung zu übernehmen. Grundsätzlich würde ich mich eher als Führungsspieler beschreiben, der durch Leistung und Vorbildfunktion vorangeht. Mir ist wichtig, auf und neben dem Eis die richtigen Dinge vorzuleben. Doch wenn ich etwas sagen muss, mache ich das selbstverständlich auch. 

Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Rückkehr nach Deutschland? Und warum fiel die Wahl auf Mannheim? 

Der wichtigste Grund war meine Familie. Unsere Kinder werden älter, und wir wollten als Familie wieder dauerhaft zusammenleben. In den vergangenen Jahren waren meine Frau und die Kinder während der Saison oft zu Hause, während ich in Russland gespielt habe. Außerdem bietet Mannheim hervorragende Bedingungen für Familien. Es gibt internationale Schulen, passende Wohnmöglichkeiten und ein professionelles Umfeld. 

Wie verbringt Brooks Macek seine Freizeit?

Der größte Teil meiner Freizeit gehört meiner Familie. Mit vier Kindern ist immer etwas los, ob bei den Sportveranstaltungen der Kids, im Garten oder am Pool. Wenn es die Zeit zulässt, spiele ich außerdem gerne eine Runde Golf.