02.06.2026

Noack: „Versuche, das große Ziel im Blick zu halten“

Noack: „Versuche, das große Ziel im Blick zu halten“

Mit Felix Noack haben unsere Adler ihr Torhütertrio für die anstehende Saison komplettiert. Der 21-jährige Berliner spielte in den vergangenen beiden Spielzeiten bei den Blue Devils Weiden in der DEL2 und machte dort mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. Im Interview erzählt Noack, wer ihn einst zum Eishockey brachte, welcher Moment den Startschuss für seine Profikarriere gab und warum er selbst in Drucksituationen stets die Ruhe bewahrt.

Felix, herzlich willkommen in Mannheim. Wo und wie verbringst du deine ersten Tage in deiner neuen Heimat?

Die ersten Tage waren natürlich zunächst vom Umzug geprägt. Inzwischen habe ich aber schon einige Jungs kennengelernt und mich gut eingelebt. Mit Maxi Heim war ich bereits essen, und generell wurde ich von der Mannschaft sehr gut aufgenommen. Je mehr Spieler jetzt nach Mannheim kommen, desto besser lernt man sich natürlich kennen. 

Die Sommervorbereitung läuft langsam wieder an. Wie sehen die kommenden Wochen für dich aus, bevor es dann aufs Eis geht? 

Aktuell trainieren wir im Kraftraum nach den Plänen, die wir von Athletiktrainer Jörn Krebs bekommen haben. In der kommenden Woche stehen schon die Leistungstests in Hoffenheim an. Danach werden die Ergebnisse ausgewertet und die individuellen Schwerpunkte für den Sommer festgelegt. 

Als gebürtiger Berliner hast du sämtliche Nachwuchsmannschaften der Eisbären durchlaufen. Kannst du dich noch daran erinnern, wie du überhaupt zum Eishockey gekommen bist? 

Meine beiden Brüder sind schuld daran. Beide haben ebenfalls Eishockey gespielt und als Jüngster wollte ich natürlich nachziehen. So habe ich selbst die Begeisterung für den Sport entdeckt. Im Tor hat es für mich schließlich am besten funktioniert.

Maxi Heim hast du bereits erwähnt. Ihr habt in der Jugend zusammengespielt. Ist der Kontakt über die Jahre hinweg bestehen geblieben?

Nicht wirklich. Das ist aber ganz normal, weil jeder seinen eigenen Weg gegangen ist. Als wir uns hier wieder getroffen haben, war es allerdings so, als hätten wir uns nie aus den Augen verloren. Es war ein Wiedersehen alter Bekannter. 

Gemeinsam mit Maxi Franzreb und Jake Hildebrand bildest du das Torhütergespann der Adler. Worauf freust du dich in der Zusammenarbeit mit den beiden besonders?

Vor allem auf die Erfahrung der beiden. Ich glaube, dass ich von ihnen in dieser Hinsicht enorm profitieren kann. Außerdem freue ich mich darauf, Teil einer Organisation zu sein, die mir sportlich dabei helfen kann, mich bestmöglich weiterzuentwickeln.

Die vergangenen beiden Spielzeiten hast du in der DEL2 bei den Blue Devils Weiden verbracht, dort erste Erfahrungen im Profibereich gesammelt und bist zum Shootingstar aufgestiegen. Rückblickend könnte man meinen, dein Weg sei sehr geradlinig verlaufen. War es auch so?

Nicht wirklich. Nach dem Aufstieg Weidens in die DEL2 war ich zunächst dritter Torhüter. Eigentlich hatte ich damals sogar überlegt, den Verein zu verlassen, weil ich möglichst viel Spielpraxis sammeln wollte. Die Verantwortlichen haben jedoch an mich geglaubt und mich unbedingt halten wollen. Wie es der Zufall so will, bekam ich schließlich meine Chance, als ich bei einem Derby in Selb eingewechselt wurde und der Mannschaft im Penaltyschießen zum Sieg verhelfen konnte. Von da an lief vieles in die richtige Richtung, sodass ich zu weiteren Einsätzen kam. Natürlich freut man sich über so eine Entwicklung, aber am Ende war auch viel harte Arbeit und Geduld dabei. 

Was hat dieser schnelle Aufstieg bei dir persönlich ausgelöst?

Natürlich freut man sich darüber. Gleichzeitig versuche ich, solche Dinge immer realistisch einzuordnen. Ich habe mich einfach darauf konzentriert, jeden Tag besser zu werden und die Möglichkeiten zu nutzen, die sich ergeben haben. Dass daraus am Ende zwei so erfolgreiche Jahre entstanden sind, macht mich natürlich stolz.

Du wurdest damals aber auch ins kalte Wasser geworfen. Sind Herausforderungen und Leistungsdruck für dich Dinge, die dich antreiben?

Ehrlich gesagt verspüre ich gar nicht so viel Druck. Ich versuche, die Dinge relativ locker zu sehen. Am Ende ist es ein Sport, den ich liebe. Ich gebe jeden Tag mein Bestes und konzentriere mich auf die Sachen, die ich beeinflussen kann.

In vielen Berufen gilt man nach zwei Jahren noch als Azubi oder Berufseinsteiger. Im Profisport scheint die Entwicklung oftmals deutlich schneller zu verlaufen. Mit welchem Selbstverständnis gehst du in deine dritte Profisaison?

Ich versuche immer, das große Ziel im Blick zu behalten. Die einzelnen Stationen und Entwicklungsschritte sind für mich Zwischenetappen auf dem Weg dorthin. Natürlich habe ich in den vergangenen Jahren viel gelernt und Erfahrung gesammelt, aber ich sehe noch längst nicht das Ende meiner Entwicklung erreicht.

Torhüter verfolgen häufig unterschiedliche Spielstile. Würdest du dich als klassischen Butterfly-Goalie beschreiben?

Betrachtet man meine Größe von 1,97 Metern, dann zähle ich höchstwahrscheinlich zum Butterfly-Torhüter. Gleichzeitig entwickelt sich das Torwartspiel aber ständig weiter, sodass man heutzutage sehr vielseitig sein muss. Natürlich nutze ich meine Größe, aber genauso wichtig sind Beweglichkeit und gutes Stellungsspiel. Deshalb würde ich mich eher als eine Art Hybrid-Torhüter beschreiben. 

Du sprichst deine Größe von 1,97 Metern an. In welchen Spielsituationen hilft dir deine Größe besonders?

Vor allem dann, wenn viel Verkehr vor dem Tor herrscht. Wenn mehrere Spieler die Sicht verdecken, hilft es natürlich, etwas größer zu sein und trotzdem noch einen guten Überblick zu behalten.

Wie verbringst du deine Freizeit?

Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Mannschaftskollegen. Wir gehen gemeinsam essen, trinken einen Kaffee oder unternehmen etwas zusammen. Außerdem mag ich es – gerade jetzt beim schönen Wetter – draußen aktiv zu sein, egal ob joggen oder beim Schwimmen im See. 

Foto: Elke Englmaier