16.02.2026

Franzreb: „Werde ich in positiver Erinnerung behalten“

Franzreb: „Werde ich in positiver Erinnerung behalten“

Es hatte etwas von David gegen Goliath, und dennoch hielt die deutsche Nationalmannschaft im letzten Gruppenspiel der Olympischen Spiele gegen die USA über weite Strecken gut dagegen. Einer, der in dieser Begegnung über sich hinauswuchs und eine starke Leistung zeigte, war Torhüter Maximilian Franzreb. Im Interview spricht unser Goalie über sein Olympia-Debüt, den bisherigen Turnierverlauf sowie die Zusammenarbeit mit NHL-Torhüter Philipp Grubauer.

Maxi, losgelöst vom Ausgang der Partie: Wie hast du deine Olympia-Premiere und die besonderen Rahmenbedingungen erlebt?

Es war überragend und auch ein Stück weit überwältigend. In dieser großen Halle zu spielen, bei einem olympischen Turnier, das ist schon etwas sehr Besonderes. Natürlich ist es schade, dass wir 1:5 verloren haben und trotzdem war es für mich persönlich ein sehr intensives und gutes Spiel, das ich in positiver Erinnerung behalten werde.

Wie hast du die Unterstützung von den Rängen wahrgenommen?

Die deutschen Fans waren deutlich zu hören und haben uns über die gesamten 60 Minuten angefeuert. Vielleicht hätten wir die Energie sogar noch ein Stück besser für uns nutzen können. Aber die Unterstützung war wirklich stark. Bei jeder guten Aktion, bei jeder Torchance oder auch bei einer Parade war sofort Stimmung da. Das hat man auf dem Eis gespürt. Es war einfach eine tolle Kulisse.

Du hast eine starke Partie gezeigt und dich mehrfach auszeichnen können. Sind es gerade solche Spiele, die für Torhüter einen besonderen Reiz ausmachen?

Ich war einfach froh, dass ich die Chance bekommen habe, auf internationaler Ebene ein Spiel zu bestreiten. Hier spielst du gegen Gegner, die du sonst nur aus dem Fernsehen oder von der Konsole kennst. Natürlich steht man als Torhüter bei so einem Spiel im Fokus, aber das ist nicht entscheidend. Wichtig ist, das Team so lange wie möglich in der Partie zu halten und ihm die Möglichkeit zu geben, etwas Zählbares mitzunehmen. Ich versuche, solche Begegnungen zu genießen und das Positive mitzunehmen.

Inwiefern profitierst du von der Zusammenarbeit mit Philipp Grubauer? Welche Eigenschaften zeichnen ihn deiner Meinung nach besonders aus?

Mit so einem Torhüter zusammenzuarbeiten, ist enorm wertvoll. Er ist technisch extrem versiert, sehr beweglich und hat eine außergewöhnlich gute Hand-Auge-Koordination. Dazu kommt seine Ruhe – egal in welcher Situation, er bleibt gelassen. Gerade wenn man selbst im Einsatz ist, hilft es, einen erfahrenen Partner an der Seite zu haben, mit dem man sich zudem austauschen kann. Beeindruckend ist auch, wie schnell er Situationen liest und Entscheidungen trifft, gerade auf dem kleineren Eis. Das sind Dinge, die man sich abschauen und an denen man arbeiten kann.

In der Zwischenrunde wartet nun Frankreich. Damit ist weiterhin alles möglich. Worauf stellt ihr euch in dieser Partie ein?

Wir müssen in erster Linie auf uns selbst schauen. Wichtig ist, dass wir unsere Aufgaben konsequent erfüllen und die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilen. Frankreich wird uns alles abverlangen und intensiv auftreten, aber entscheidend ist, dass wir als Mannschaft geschlossen auftreten und unser Spiel durchziehen.

Wie nimmst du das Turnier insgesamt wahr? Gab es bislang etwas, das dich überrascht hat – oder blendest du das Drumherum weitgehend aus?

Das Turnier ist beeindruckend, weil man täglich auf die besten Spieler der Welt trifft. Es interessant zu sehen, dass auch diese Spieler ganz normale Menschen sind und mit Wasser kochen. Ansonsten versuche ich, das Drumherum weitgehend auszublenden und mich auf das Sportliche zu konzentrieren. Gleichzeitig ist es etwas schade, dass unsere Spielorte und das Olympische Dorf recht weit auseinanderliegen. Dadurch geht ein Stück des klassischen olympischen Flairs verloren, weil nicht alles an einem Ort stattfindet. Trotzdem ist es ein besonderes Erlebnis, das man vermutlich erst richtig begreift, wenn alles vorbei ist. 

Hast du Kontakt zu Spielern oder Trainern aus Mannheim?

Aus Mannheim haben bereits einige Kontakt zu mir aufgenommen. Dallas hat sich bei mir gemeldet und mit Torhütertrainer Petri Vehanenen stehe ich sowieso regelmäßig in Kontakt. Auch mit Mitspielern und natürlich meiner Familie habe ich bereits gesprochen. 

Wenn du die Spiele dieses Turniers mit denen in der PENNY DEL vergleichst: Ist es vor allem die individuelle Qualität auf dem Eis, die den Unterschied ausmacht, oder gibt es weitere Faktoren?

Die angesprochene individuelle Qualität ist extrem hoch. Dazu kommt die Geduld, mit der viele Mannschaften spielen. Kaum jemand verliert die Ruhe, selbst unter großem Druck des Gegners. Und genau da liegt ein großer Unterschied. Die kleinere Eisfläche sorgt zusätzlich dafür, dass Entscheidungen noch schneller getroffen werden müssen. Diese Konsequenz und Präzision auf diesem Niveau sieht man in diesem Turnier besonders deutlich.