15.02.2026

Großzügige Spende für krebskranke Kinder

Großzügige Spende für krebskranke Kinder

Jedes Jahr erhalten allein in Deutschland rund 2.200 Kinder und Jugendliche die Diagnose Krebs. Für die betroffenen Familien verändert sich von einem Tag auf den anderen alles. Der jährliche Weltkinderkrebstag am 15. Februar macht auf ihr Schicksal aufmerksam und steht für Aufklärung, Solidarität und vor allem für konkrete Verbesserungen in der medizinischen Versorgung junger Patienten. Mit der Hilfe von drei Unterstützern aus der Region – dem gemeinnützigen Verein „Adler helfen Menschen e.V.“, der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe-Aktion für krebskranke Kinder-OV Mannheim e.V. sowie dem Förderverein Kinderonkologie Mannheim – gelang es jüngst in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Mannheim, die Anschaffung einer dringend benötigten Becken-Bein-Spule für das MRT zu realisieren und damit die Voraussetzungen für eine noch schonendere Diagnostik krebskranker Kinder zu schaffen.

Ein solcher konkreter Fortschritt konnte nun an der Universitätskinderklinik Mannheim realisiert werden. Mit der feierlichen Übergabe einer sogenannten neuen Becken-Bein-Spule für das MRT wurde am vergangenen Dienstag ein wichtiger Schritt getan, die Diagnostik und Nachsorge krebskranker Kinder spürbar zu verbessern. Die technische Neuanschaffung ermöglicht es, bei vielen jungen Patientinnen und Patienten Ganzkörper-MRT-Untersuchungen direkt am kinderfreundlichen Video-MRT durchzuführen. Das MRT in der Kinderklinik hat einen integrierten Fernsehbildschirm, auf dem die untersuchten Kinder Videos sehen können. Der Vorteil: „Die Kinder sind so abgelenkt, dass keine Sedierung notwendig ist, um sie für die MRT-Aufnahme ruhig zu stellen“, erklären Dr. Bogata Dora Schwarz-Bundy, Sektionsleiterin Klinische Kinderradiologie, Prof. Meike Weis, Leiterin der Kinderradiologie, und PD Dr. med. Matthias Dürken, kommissarischer Klinikdirektor der Kinder- und Jugendmedizin. „Die Untersuchung ist damit viel schonender und risikofreier“, so die Mediziner.

Die Kinder sind damit näher an der Kinderklinik, durchlaufen einen schonenderen Untersuchungsprozess und werden ebenso wie ihre Familien und das medizinische Personal deutlich entlastet. PD Dr. med. Matthias Dürken erklärt dazu: „Die Anschaffung der Kinder-Becken-Bein-Spule für das MRT bedeutet für die kleinen Patienten kürzere Wege zur Ganzkörper-Kernspintomographie nahe der Kinderkrebsstation. Das gilt ebenso für die Mitarbeitenden, die deutlich kürzere Transportwege und -zeiten haben. Das erleichtert unsere tägliche Arbeit erheblich.“

Große Zeitersparnis

Denn Ganzkörper-MRT-Untersuchungen dauern je nach Größe des Kindes zwischen 60 und 90 Minuten und erfordern ein ruhiges Liegen über einen langen Zeitraum. Bislang war deshalb selbst bei älteren Kindern oft eine Sedierung notwendig, verbunden mit zusätzlichem Stress für die Kinder und ihre Eltern, möglichen Nebenwirkungen, erhöhtem Personalaufwand und zusätzlichen Kosten. Durch den Einsatz der neuen Becken-Bein-Spule können diese Belastungen deutlich reduziert werden. Zudem verkürzt die neue Becken-Bein-Spule die Untersuchungszeit erheblich und ist etwa drei Mal schneller als ein herkömmliches MRT, ohne dass dabei Abstriche bei der Bildqualität gemacht werden müssen. „Für ein Ganzkörper-MRT brauchen wir bei Kindern jetzt nur noch rund 30 Minuten“, erklärt Prof. Dr. Stefan Schönberg, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin. Am Video-MRT, dem MRT-Standort mit der kürzesten Anbindung an die Kinderklinik und dem einzigen Gerät, an dem Kinder während der Untersuchung Filme schauen oder Hörbücher hören können, fehlte bislang genau diese Spule. Ganzkörper-MRT-Untersuchungen konnten dort daher nicht angeboten werden. Mit der neuen Becken-Bein-Spule ist dies nun möglich. Sie ist eine essenzielle Voraussetzung für Ganzkörper-MRT-Untersuchungen, die bei onkologisch erkrankten Kindern sowohl in der Initialdiagnostik als auch über Jahre hinweg in der Nachsorge notwendig sind.

Gemeinsames Engagement

Die Gesamtkosten der Becken-Bein-Spule belaufen sich auf 33.915 Euro. Ermöglicht wurde die Anschaffung durch das gemeinsame Engagement mehrerer Unterstützer: 10.500 Euro kamen vom gemeinnützigen Verein „Adler helfen Menschen e.V.“, 6.915 Euro steuerte der Förderverein Kinderonkologie Mannheim bei und weitere 16.500 Euro die Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe-Aktion für krebskranke Kinder-OV Mannheim e.V.

„Ohne die großzügigen Spenden von „Adler helfen Menschen e.V.“, der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe und dem Förderverein Kinderonkologie Mannheim wäre das nicht möglich gewesen. Unser herzlicher Dank gilt jedem Einzelnen“, betont die kaufmännische Geschäftsführerin des Universitätsklinikums Mannheim, Sandra Henek. „Die Becken-Bein-Spule mag unspektakulär aussehen, aber dahinter steht Spitzentechnologie in der Diagnostik. Die Behandlung wird kürzer und damit für Kinder deutlich erträglicher“, so Henek.

Karen Kutschbach, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe – Aktion für krebskranke Kinder und maßgeblich an der Beschaffung der Becken-Bein-Spule beteiligt, sagt: „Es ist enorm wichtig, dass wir hier in Mannheim ein eigenes, kinderfreundliches MRT für die Kinderklinik haben. Die Möglichkeit, während der Untersuchungszeit einen Film anzuschauen oder ein Hörspiel zu hören, reduziert Sedierungen und spart Zeit. Die zusätzliche Becken-Bein-Spule sorgt dafür, dass alle Kinder ihr MRT direkt in der Kinderklinik erhalten können. Lange Wege durch das Klinikum entfallen, die Infektionsgefahr sinkt und auf Station wird viel Zeit gespart. Ich begrüße diese Anschaffung sehr und freue mich, einen Teil dazu beigetragen zu haben.“

Youri Ziffzer, Referent der Geschäftsführung der Adler Mannheim und 2. Vorsitzender von Adler helfen Menschen e.V., erklärt: „Wenn wir mit unserem Engagement dazu beitragen können, den Alltag schwerkranker Kinder ein Stück leichter zu machen, dann erfüllt das genau den Zweck unseres sozialen Einsatzes. Die neue Becken-Bein-Spule verbessert die medizinische Versorgung nachhaltig und schenkt den Kindern mehr Komfort und Sicherheit. Zudem ist es erfreulich, dass dadurch auch die tägliche Arbeit des medizinischen Personals spürbar erleichtert wird und wertvolle Zeit gewonnen wird, die wiederum anderen Aufgaben und den Patientinnen und Patienten zugutekommt. Wir sind stolz, dieses wichtige Projekt unterstützen zu dürfen.“