Die Festung SAP Arena fällt
Nach neun Siegen ist die Serie der Adler Mannheim vor eigenem Publikum gerissen. Der Tabellenführer verlor gegen die Thomas Sabo Ice Tigers mit 1:3. David Steckel, Patrick Reimer und Marius Möchel trafen für die Gäste, Brandon Yip gelang der späte Anschlusstreffer.
Der Stachel der Berlin-Niederlage schien tief zu stecken, die Adler brannten auf Wiedergutmachung und legten gegen die Ice Tigers einen starken ersten Abschnitt hin. Über weite Strecken verlief die Partie nur in Richtung Tyler Beskorowany. Der Goalie, unter der Woche erst verpflichtet, hatte alle Hände voll zu tun und entschärfte mit der Schulter den ersten gefährlichen Abschluss der Adler durch Glen Metropolit (2.).
Wenig später hielt Christoph Ullmann die Kelle in einen Schuss von Philip Riefers, der von der blauen Linie abgezogen hatte, doch die Scheibe rutsche am linken Pfosten vorbei (3.). Entlastung gelang den Gästen erst nach einer Strafe gegen Marcus Kink, Torgefahr konnten sie allerdings kaum ausstrahlen. Patrick Reimer brachte die Scheibe vom linken Bullykreis vor den Kasten von Dennis Endras (6.), fand dort jedoch keinen Abnehmer.
Keine Treffer im ersten Durchgang
Kaum komplett, machten die Adler druckvoll weiter, Jon Rheault erwischte mit seinem Querpass Kai Hospelt auf dem falschen Fuß (8.). Wenige Augenblicke später stand erneut Hospelt im Mittelpunkt, Beskorowany konnte seinen Schlagschuss jedoch parieren (9.). Nürnberg konnte sich kaum befreien und leistete sich einige Fehler im Spielaufbau. Einen davon nutzte Jamie Tardif zum Turnover, doch erneut war Beskorowany zur Stelle (14.).
Kurz vor der ersten Pause bejubelten die Adler-Fans unter den 11.496 Zuschauern in der SAP Arena bereits den vermeintlichen Mannheimer Führungstreffer. Christoph Ullmann zog den Puck an Beskorowany vorbei und schloss mit der Rückhand ab (18.). Nach Studium des Videobeweises gaben die Unparteiischen den Treffer jedoch nicht. So ging es torlos in die erste Unterbrechung.
Kalte Dusche im zweiten Abschnitt
Der zweite Durchgang begann mit einer kalten Dusche für die Adler. Ein Abpraller nach der Hereingabe von Leonhard Pföderl landete bei David Steckel, der aus kurzer Distanz zum Nürnberger Führungstreffer vollstreckte (21.). Die Gastgeber brauchten ein paar Minuten, um sich vom Schock zu erholen, boten danach aber wieder Einbahnstraßen-Hockey. Erneut kamen die Gäste nur in Überzahl zu Entlastungsangriffen, sonst stand die Mannschaft von Cheftrainer Rob Wilson meistens im eigenen Drittel und verteidigte clever.
Die besten Gelegenheiten im zweiten Abschnitt hatten Glen Metropolit (35.), dessen Schuss Beskorowany noch mit der Schulter aus dem linken Winkel kratzte, und Ryan MacMurchy in Überzahl (36.). Oftmals spielten die Mannheimer im Mittelabschnitt zu kompliziert und das wurde bestraft: Die Nürnberger legten in Überzahl nach, Steven Reinprecht erhöhte kurz vor dem Drittelende auf 2:0 (40.)
Yip kann noch verkürzen
Im Schlussabschnitt agierten die Adler dann nicht mehr zwingend genug. Martin Buchwieser verpasste den Anschlusstreffer (47.) und im Gegenzug schlugen die Nürnberger zum dritten Mal an diesem Abend zu. Ein Scheibenverlust der Mannheimer hinter dem eigenen Tor landete bei Marius Möchel, der diese Einladung dankend annahm (48.). In der Schlussphase bissen sich die Adler dann die Zähne an Beskorowany aus. Der Torhüter war gegen Hospelt zur Stelle und parierte wenige Sekunden später glänzend gegen Buchwieser (beide 51.).
Kurz vor dem Ende durften die Adler dann doch noch jubeln. Einen Scheibenverlust im Spielaufbau der Nürnberger nutzte Marcus Kink. Der Kapitän legte umsichtig quer zu Brandon Yip, der auf 1:3 verkürzte (57.). Zwar nahmen die Mannheimer kurz vor dem Ende noch Dennis Endras zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, weitere Treffer wollten aber nicht mehr fallen.