20.02.2026

Reul: „War bei Holzer zu Gast“

Reul: „War bei Holzer zu Gast“

Denis Reul. Verteidiger. Rückennummer 29. Schon im Nachwuchs in Mannheim auf dem Eis, hier den Sprung zu den Profis geschafft und mit Ausnahme von zwei Jahren in Nordamerika und einer letzten Saison in Augsburg ausschließlich für die Adler aktiv. Zwei Meisterschaften gewann der Abwehrhüne mit den Adlern, galt als harter Spieler, der weder sich noch Gegner schonte. Eine erfolgreiche Karriere ging nach der Spielzeit 2024/25 zu Ende und findet mit einer Bannerzeremonie am Mittwoch im Rahmen unseres Heimspiels gegen Augsburg nun einen krönenden Abschluss. Die Nummer 29 kommt unter das Hallendach der SAP Arena, wird bei den Adlern nie mehr vergeben. Zu diesem Anlass spricht der heute 36-Jährige im Interview über sein Leben nach der aktiven Zeit, blickt aber auch auf spezielle Momente zurück.

Denis, wie geht es dir und wie verbringst du seit deinem Karriere-Ende die Zeit?

Mir geht es gut. Ich wohne in der Region Mannheim, bin oft in der Stadt unterwegs. Ich fühle mich hier einfach wohl und habe beschlossen, hier zu bleiben. An sich genieße ich die neu gewonnene Flexibilität, die Freiheit, das zu tun, wann ich es tun will. So habe ich beispielsweise vor kurzem Korbinian Holzer einfach einen Besuch abgestattet.

Verfolgst du Eishockey weiterhin?

Grundsätzlich schaue ich mir die Adler an, bin auch hin und wieder in der SAP Arena zu Gast. Aktuell verfolge ich zudem die Olympischen Spiele, dazu gucke ich immer wieder wie es bei Tim Stützle und Moritz Seider läuft. Insgesamt ist mein Eishockeykonsum aber deutlich reduzierter als zu meiner aktiven Zeit.

Vermisst du etwas aus deiner aktiven Zeit?

Die Kabinendynamik. Die Gesamtsituation ist schon etwas Spezielles. Täglich mit so viel Jungs aus teils unterschiedlichen Ländern, in unterschiedlichem Alter, zusammenzutreffen. Dazu das Team hinter dem Team, der rege Austausch. Auch, dass das Leben als Profi sehr strukturiert und teils diktiert ist. Alles hatte einen festen Ablauf. Es wird sicher noch etwas brauchen, bis ich mich davon entwöhnt habe.

Welcher Moment ist dir ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Definitiv die Meisterschaften. Da ist es auch egal welche. 2019 war es diese besondere Konstellation mit der Verlängerung, 2015 hatten wir dafür eine unglaublich erfolgreiche Saison im Gesamten. Diese Erinnerungen bleiben sicher ewig.

Was hat es dir Eishockey gegeben, gelehrt oder gebracht?

Sicher die so oft zitierten positiven Tugenden und Werte wie Disziplin und Pünktlichkeit. Einfach, dass man verlässlich sein muss, weil man sich auch auf andere verlassen will, beziehungsweise muss. Auch Kameradschaft habe ich gelernt, was es heißt, Teil einer Gemeinschaft zu sein, eine Gemeinschaft zu führen.

Bereust du eine deiner Entscheidung?

Nein. Sicher kann man immer über das eine oder andere diskutieren, am Ende bleibt das alles aber immer Spekulation. Man kann nie mit Gewissheit sagen, wie sich Dinge entwickelt hätten, wenn man eine andere Wahl getroffen hätte.

Du hattest deinen Ruf als beinharter Verteidiger. War das eine Rolle, die du so spielen wolltest?

Ein Goalgetter war ich nun mal nicht. (lacht) Auch wenn jeder gerne Tore schießt, muss man schon zu seinen Gegebenheiten und Stärken stehen, daraus das Beste machen. Das war bei mir meine körperliche Konstitution und mein defensives Verständnis. All diese Dinge braucht es für mannschaftlichen Erfolg aber genauso wie Torschützen. Daher war ich mit meiner Rolle zufrieden

Du warst auch Kapitän der Adler. Was zeichnet dieses Amt deiner Meinung nach aus?

Du willst immer als gutes Beispiel voran gehen. Auf und neben dem Eis. Willst vermitteln, unterstützen, Ansprechpartner sein. Man braucht ein Gespür für die Leute und muss bereit sein, auch mal unbequeme Dinge anzusprechen. Ich habe dabei niemandem nachgeeifert, sondern vielmehr ein paar Dinge, die mir bei anderen gut gefallen haben, zum Vorbild genommen und für mich adaptiert. Am Ende wächst man in diese Rolle über mehrere Jahre rein.

Welcher Aufgabe gehst du aktuell nach?

Ich arbeite in der Finanzberatung. Schon während der Karriere habe ich mich auch aus Selbstzweck für diesen Bereich interessiert und mich intensiver beschäftigt. Nach meiner Karriere habe ich mich daher in dieser Sache weitergebildet.

Ist es denkbar, dich irgendwann wieder im Eishockeygeschäft anzutreffen?

Denkbar mit Sicherheit, aber noch nicht ganz so schnell. Ich genieße derzeit noch meine Freiheiten. Ich habe mir auch noch keine Gedanken darüber gemacht, in welcher Position. Am ehesten aber im direkten Mannschaftsumfeld.

Am Mittwoch ehren wir im Rahmen unseres Heimspiels gegen die Augsburger Panther in der SAP Arena unsere ewige Nummer 29 mit einer emotionalen Bannerzeremonie. Wenn ihr diesen besonderen Moment live miterleben wollt, sichert euch jetzt eure Tickets! Zudem profitieren eingeschriebene Studierende am Studi-Tag von einem attraktiven Preisvorteil.